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Mittwoch, den 27. Januar 2010 |
Dr. Jens Ingwersen, ZDS In Zeiten eines hohen Wettbewerbdrucks sind Qualitätssicherung und Transparenz wichtiger denn je. Anbieter müssen die Qualität ihrer Produkte überzeugend darlegen können. Nur so lässt sich der Absatz sichern und ist ein angemessener Preis zu rechtfertigen, ohne das entgegengebrachte Vertrauen des Kunden zu verspielen.
Dies gilt auch für die Ferkel- und Schweinevermarktung. Auch hier müssen Qualitäten definiert und es muss geprüft werden, welche Garantien gegeben werden können. Insbesondere bei gesundheitlichen Qualitätszusagen tut man sich allerdings schwer damit, einen allgemeingültigen Standard zu formulieren.
Hierfür bedarf es zunächst einheitlicher Untersuchungs- bzw. Nachweisverfahren. Hinzu kommt das Risiko, bei einem Qualitätsabfall, z. B. durch Krankheitseinbruch, den Abnehmer zu verlieren oder Preiszugeständnisse machen zu müssen.
Andererseits sind bereits heute detaillierte Informationen über den Gesundheitsstatus dänischer Ferkelerzeugerbetriebe im Internet abrufbar. Unabhängig davon, wie diese Informationen zu bewerten sind, sollten deutsche Ferkelerzeuger angesichts des zunehmenden Wettbewerbdrucks schnell eine attraktive, marktgerechte Antwort finden.
Hierbei geht es nicht darum, wer den höchsten Gesundheitsstatus hat, sondern um welchen Status es sich im Einzelnen handelt. Der Abnehmer muss wissen, welche Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge getroffen wurden. Vorstellbar wäre z. B. eine entsprechende Zertifizierung der Ferkelerzeugerbetriebe, um den Kunden Transparenz und Sicherheit zu bieten.
Gleiches gilt für die Schlachtschweinevermarktung: Wer die Exportmärkte für Fleisch sichern und davon profitieren will, wird sich der Zertifizierung nicht verweigern können. Das betrifft insbesondere die Fleischausfuhren nach Russland und in andere Drittländer.
Verschiedene regionale Erzeugergruppen haben bereits Qualitätsprogramme für die Ferkelvermarktung aufgelegt. Hierauf aufbauend gilt es jetzt, die Chance für einen überregionalen, bundesweiten Qualitätsstandard zu prüfen. Schließlich sind Insellösungen oft nicht gleichwertig, so dass es zur Verwirrung der Kunden kommt. Langfristig scheint durchaus eine Einbettung in das QS-Programm denkbar.
Einzelne Erzeuger-Organisationen haben bereits die Initiative für einen bundesweiten Ansatz ergriffen. Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) wird diesen Faden aufnehmen − zur Stärkung der deutschen Ferkelerzeugung im internationalen Wettbewerb!
Kommentar aus der SUS-Ausgabe 1/2010
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Montag, den 30. November 2009 |
 Marcus Arden, Redaktion SUS
Die Interessen von Schweinehaltern und Verbrauchern treffen immer öfter aufeinander. Während Landwirte durch den zunehmenden wirtschaftlichen Druck gezwungen sind, ihre Bestände zu erweitern, laufen Teile der Bevölkerung Sturm gegen große Stallbauvorhaben.
Große Schweineställe belasten die Umwelt, sie zerstören das Landschaftsbild und die Haltungs-bedingungen sind tierfeindlich, so der Vorwurf von Tier- und Umweltschützern. Die Realität indes sieht anders aus.
• Den Tieren geht es in einem neuen Stall besser, weil neue EU-Vorgaben umzusetzen sind. Schweine haben heute mehr Platz und Licht als in vielen „alten, dunklen Buden“.
• Neue Standorte werden sorgfältig ausgesucht. Natur- und Landschaftsschutz spielen bei Genehmigungen heute eine wichtige Rolle. Auch Abluftfilter sind immer öfter Pflicht.
• Neue Großanlagen sind sicher. So müssen zum Beispiel Güllebehälter gegen Leckagen gesichert und kostenaufwendig überdacht werden.
• Die Gülleverwertung muss durch langfristige Abnahmeverträge nachgewiesen sein.
Dass Landwirte bei aller Rücksicht auf den Naturschutz auch ihre Produktionskosten im Auge behalten müssen, versteht sich von selbst. Auch in dieser Hinsicht bietet der Bau großer Stalleinheiten Vorteile. Pro Platz ist der Stall günstiger zu erstellen. Außerdem sinken die Vorkosten, wenn später ein kompletter LKW beladen wird, und für 400er-Ferkelgruppen werden höhere Zuschläge bezahlt.
Auch nicht vergessen werden darf, dass eine Investition in einen neuen Sauen- oder Maststall Arbeitsplätze erhält und neue schafft. So bleibt Wirtschaftsleistung in der Region. Gerade in Krisenzeiten ist das ungeheuer wichtig.
Ist der Standort genehmigungsfähig und wird gegen keinerlei Umweltauflagen verstoßen, tun Landwirte bei einem Stallbau nichts Verbotenes. Wer sich an die EU-Vorgaben hält, handelt korrekt und gesetzeskonform. Das sollten (müssen) auch die Tier- und Umweltschützer akzeptieren, die die Grenze der Legalität überschreiten, indem sie illegal Videos in Ställen aufnehmen, diese zweckentfremden und damit Schweinehalter öffentlich diffamieren.
Kommentar aus der
SUS-Ausgabe 6/2009
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Freitag, den 25. September 2009 |
Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS Der tägliche Blick ins Internet ist für viele Schweinehalter mittlerweile selbstverständlich. Man will sich rasch tagesaktuell informieren oder ist auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema.
Diesem Trend folgend verstärken wir ab sofort unsere Online-Aktivitäten und haben unsere Internetseite völlig neu überarbeitet. Unter der bekannten Adresse www.SUSonline.de erwarten Sie ab 5. Oktober einige nützliche Service-Leistungen, die Sie bislang noch nicht kennen:
• Auf der Startseite finden Sie nun wöchentlich aktualisierte Meldungen rund um die Schweinehaltung. Anmerkungen und Kommentare zu einzelnen Meldungen sind erwünscht.
• Unterwegs „schießen“ wir eine Menge Fotos. Einzelne finden Sie im Heft, doch bei weitem nicht alle. Künftig werden wir interessante Bilder zu den Reportagen und Beiträgen ins Netz stellen.Achten Sie bitte auf entsprechende Verweise unter einzelnen Texten im Heft.
• Sollten aussagefähige Filmsequenzen zu den Themen im Heft zur Verfügung stehen, werden wir auch diese auf unserer SUS-Homepage anbieten.
• Schon immer haben wir für Sie interessante Untersuchungen im Heft zusammengefasst und gleichzeitig umfassendere Informationen zum Versuch ins Internet gestellt. Diesen Service werden wir weiter ausbauen.
• Schauen Sie auch in den neuen Terminkalender. Dort finden Sie umfassende Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen, Seminaren, Workshops und Messen. Wenn Sie auf den eingebauten Navigator klicken, können Sie sich die Fahrtroute gleich anzeigen lassen.
• Über eine Suchfunktion sind alle Infos leicht abrufbar. Zudem lassen sich mithilfe der Volltextsuche zurückliegende Zeitschriftenausgaben bequem nach bestimmten Begriffen durchforsten.
Keine Sorge: Unsere Aufmerksamkeit gilt auch weiterhin in erster Linie dem Heft. Parallel dazu wollen wir aber auch den Online-Bereich weiterentwickeln. So werden Sie künftig an mehreren Stellen im Heft auf eine Verknüpfung von Print und Online stoßen. Dieser Mix erlaubt es uns, Sie liebe Leser, bei aktuellen Themen künftig noch umfassender, zeitnaher und intensiver zu informieren. Darauf freuen wir uns. Besuchen Sie uns im Internet!
Kommentar aus der SUS-Ausgabe 5/09
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Samstag, den 01. August 2009 |
 Dr. Jens ingwersen, ZDS-Geschäftsführer Die aktuelle Diskussion über Alternativen zur traditionellen Ferkelkastration wurde vor knapp zwei Jahren mit der Deklaration von Noordwijk entfacht. In dieser Erklärung kündigten die Niederländer an, bis 2015 auf die Kastration zu verzichten.
Durch den grenzüberschreitenden Fleisch- und Lebensmittelhandel entstand auch für uns starker Hand-lungsdruck. Als Übergangslösung wurde für Deutschland im Rahmen des QS-Programms die Schmerzbehandlung ab April 2009 vereinbart. Die in den Niederlanden beschlossene Methode mit der CO2-Betäubung wird in Deutschland und Dänemark aus Tierschutzgründen abgelehnt.
Dieses unterschiedliche Vorgehen zwingt dazu, eine gegenseitige Anerkennung herbeizuführen. Auf keinen Fall ist die Forderung des niederländischen Lebensmit-teleinzelhandels hinnehmbar, nur Fleisch von Tieren aus Betrieben zu vermarkten, in denen die Ferkel mit Betäubung bzw. gar nicht kastriert werden.
Dies könnte dazu führen, dass sich der Export in die Niederlande auf Fleisch von Tieren beschränkt, die als Ferkel aus Holland importiert und bei uns gemästet und geschlachtet wurden. Oder die Betriebe werden von ihren Abnehmern aufgefordert, auf die Kastration zu verzichten. Dabei wird schnell der Eindruck erweckt, dass eine Jungebermast problemlos möglich sei, wovor zu warnen ist.
Mit dem Verzicht auf die Kastration ist bekanntlich ein erhöhtes Geruchsrisiko für das Fleisch verbunden. Dieses Problem muss zunächst gelöst werden. Das erfordert züchterische Bemühungen, aber insbesondere eine praxistaugliche Geruchserkennung am Schlachtband sowie Maßnahmen im Bereich der Fütterung und der Fleischverarbeitung.
Einer Koordinierungsplattform im QS-Programm ist die Aufgabe gestellt worden, Forschung zu initiieren und zu koordinieren. Schließlich darf die Einführung von Alternativen nicht Konsumverzicht zur Folge haben oder den Markt spalten. Auch sind nicht zuletzt aus Tierschutzgründen Lösungen zu suchen, die verlustreichen Rangkämpfe in der Jungebermast zu unterbinden. Zudem werden erhebliche logistische Herausforderungen zu bewältigen sein, die aus der speziellen Schlachtkörperqualität unkastrierter männlicher Schweine resultieren.
Dies setzt voraus, dass alle Beteiligten in der Kette konstruktiv an praktikablen, langfristigen Problem-lösungen mitwirken. Auch wenn schon Einiges auf gutem Weg ist: Euphorie ist angesichts der vielen offenen Fragen und Risiken fehl am Platz!
Kommentar aus der SUS-Ausgabe 4/09 |
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Freitag, den 29. Mai 2009 |
 Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS Trotz schwieriger Marktbedingungen haben wir es im letzten Jahr geschafft, die Schlachtzahlen um 2,7 % auf 55 Mio. Stück zu erhöhen. Im Außenhandel haben wir mit 2,6 Mio. t Fleisch- und Wurstwaren ein historisches Rekordergebnis hingelegt. Bezogen auf die Verarbeitungsware sind wir nun EU-größter Exporteur und beim Schweinefleischexport den Dänen dicht auf den Fersen.
Jetzt ist Stehvermögen gefragt, denn der Fleischabsatz im In- und Ausland ist kein Selbstläufer. Aktuell sind zwei Punkte entscheidend:
- Zum einen muss nach dem Wegfall der CMA die Exportförderung neu aufgestellt werden. Dienstleistungen rund um das Exportgeschäft wie Messebeteiligungen und Marktinformationen will künftig die „German Meat“ koordinieren, eine von den exportorientierten Schlachtunternehmen getragene Plattform. German Meat erwartet aber konkrete Hilfestellungen von den zuständigen Bundesministerien, die wiederum ein Dachkonstrukt anstreben, um die Aktivitäten rund um die Exportförderung aller Agrarprodukte zu bündeln.
- Zum anderen geht es darum, wie wir mit der aufgezwungenen Diskussion zur Ferkelkastration umgehen. LEH, Fleischwirtschaft und Bauernverband haben gemeinsam eine Erklärung zum Kastrationsverzicht abgegeben – wohlwissend, dass Eberfleisch wegen des entweichenden Geschlechtsgeruchs kaum genießbar ist. Wenn nun aus Tierschutzgründen die Kastration eingestellt werden soll, müssen Tiere gezüchtet werden, deren Geschlechtsgeruch man nicht unangenehm empfindet. Dazu müssen erst einmal die Erbanlagen für die geruchsintensiven Komponenten im Ebergeruch identifiziert werden.
Dies ist eine große Herausforderung, ebenso wie die Forderung nach einem automatischen Geruchsmelder am Schlachtband. Dazu müssen hochempfindliche Sensoren entwickelt werden, die unabhängig von Bandgeschwindigkeiten in die Schlachtprozesse integriert werden können.
Auch wenn das BMELV 1,2 Mio. € Forschungsgelder bereitstellt, ist dies noch keine Erfolgsgarantie. Bis dahin müssen parallel sowohl die jetzt praktizierte Schmerzbehandlung vor der Kastration als auch andere Alternativen weiterentwickelt werden. Alles andere wäre fahrlässig!
Wollen wir Europameister beim Schweinefleischexport werden, müssen die aufgeworfenen Fragen zur Exportförderung und zur Ferkelkastration zügig beantwortet werden. Wir Deutschen essen am liebsten Schweinefleisch und deutsche Fleischware genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Und das soll auch künftig so bleiben!
Kommentar aus der SUS-Ausgabe 3/09 |
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