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Ferkelkastration: Wird der Weg zur lokalen Betäubung geebnet?

Lokale Betäubung
Lokale Betäubung vor der Kastration. Foto: Pasveer

Die Kastration unter Vollnarkose weist Defizite aus. Dies gilt für die Inhalationsnarkose mit Isofluran und für die Injektionsnarkose mit Ketamin und Azaperon gleichermaßen. Auch die Ebermast sowie die Immunokastration sind als mögliche Alternativen getestet worden. Nach Ansicht des bayerischen Bauernverbandes (BBV) sind alle drei Wege nicht für kleinere und mittlere Betriebe sowie die kleinteilige süddeutsche Vermarktung geeignet.
Deshalb setzt der BBV auf den sogenannten vierten Weg: Die Kastration unter örtlicher Betäubung. Möglich wäre dies mit dem für Schweine zugelassenen Wirkstoff Procain. Für den Einsatz zur lokalen Schmerzausschaltung zur Frühkastration müsste allerdings eine Indikationserweiterung erreicht werden. Das wäre die Voraussetzung, um es an die Landwirte abzugeben.
Eine noch bessere und vor allem schnellere Wirkung wird dem Wirkstoff Lidocain zugesprochen. Er ist zwar für Lebensmittel liefernde Pferde zugelassen, aber derzeit nicht für Schweine. Hier müsste ebenfalls Rechtssicherheit geschaffen werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Erfahrungen zur Anwendung liegen bereits in Schweden vor: Dort verabreicht der Landwirt nach Anweisungen des Tierarztes das Lidocain in den Hoden.
Für den vierten Weg fehlt dem BBV allerdings ein klares politisches Signal aus Berlin. Dass dieser Weg grundsätzlich rechtskonform ist, daran lässt ein Gutachten keinen Zweifel. Dieses wurde mit Unterstützung einiger Schweine-Organisationen vom bayerischen Bauernverband in Auftrag gegeben.
 
 

Schlagworte

Weg, lokalen, Betäubung, Kastration, BBV, Ketamin, Azaperon, Ebermast, Isofluran, Injektionsnarkose

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