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Habeck entschuldigt sich für Äußerungen zum Ferkeltöten

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck
Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck (Grüne)

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat sich bei den Sauenhaltern für seine Äußerungen zum Töten von Ferkeln entschuldigt. Das hat der Bauernverband Schleswig-Holstein am vergangenen Donnerstag (4.12.) mitgeteilt. Demnach hatte der Grünen-Politiker in einem Interview mit den Kieler Nachrichten Mitte November zum Tierwohl gesagt: „Tatsächlich ist aus der Ausnahme aber die Regel geworden. Das gilt allemal für das Töten männlicher Küken oder überzählig geborener Ferkel.“ Wie der Bauernverband berichtete, kamen am Donnerstag rund 50 Sauenhalter in Rendsburg zusammen, um ihrem Unmut und ihrer Empörung über diese Äußerungen Ausdruck zu verleihen. „Es gibt keine überzähligen Ferkel. Jedes Ferkel ist uns Bauern wichtig. Ich habe noch nie ein lebensfähiges Ferkel getötet“, betonte der Initiator der Protestkundgebung, Hans-Peter Witt.
Habeck räumte nun ein, dass er niemanden in seiner beruflichen Ehre habe verletzen wollen; wenn das so sei, bedauere er dies. „Wenn der Eindruck entstanden ist, dass alle Bauern regelmäßig ihre Ferkel totschlagen, dann tut mir das leid“, sagte der Minister.
Nach Angaben des Bauernverbandes machten die Landwirte in Rendsburg auf ihre Sorgen um die Existenzfähigkeit ihrer Betriebe aufmerksam. Die Landwirte beschäftige nicht nur die zunehmende Reglementierung durch die Politik, sondern auch die große, medial unsachlich aufbereitete Kritik. Der Berufsstand berichte von sozialen Ausgrenzungen als „Massentierhalter“ und „Tierquäler“. Viele Betriebsleiter wollten ihren Kindern nicht mehr nahelegen, unter diesen Bedingungen den Hof weiterzuführen. „Wir ertragen diese verbalen Attacken gegen die Landwirtschaft nicht mehr“, stellte Landwirt Klaus-Peter Lucht klar. Die Bauern forderten Habeck auf, sich auf den Betrieben ein eigenes Bild von der landwirtschaftlichen Wirklichkeit zu machen. Der Minister sicherte laut Bauernverband zu, sich gern einen Eindruck vor Ort - etwa bei der Geburt von Ferkeln - verschaffen zu wollen.  (AgE) 

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