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Belgien: Jetzt 70 ASP-positive Wildschweine

Seuchenexperten rechnen mit weiteren ASP-Fällen im Sperrbezirk.

In Südbelgien werden jeden Tag weitere tote Wildschweine gefunden und beprobt. Die Zahl der ASP-positiven Tiere ist nun auf 70 gestiegen. Das meldete gestern Vormittag der wallonische Minister für Landwirtschaft, Rene Collin. Bis heute gingen 126 Proben von Wildschwein-Kadavern ein, von denen 99 innerhalb des 63.000 ha großen Risikogebietes gefunden wurden. Proben von Wildschweinen außerhalb des Risikogebietes sind bis heute alle negativ. Nach Einschätzung eines Seuchenexperten der EU-Kommission könnte in der infizierten Zone sehr schnell die Marke von 400 Fällen erreicht werden.

Zwei infizierte Kadaver wurden im Militärlager Lagland in der Nähe von Arlon, Provinz Luxemburg, gefunden. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders RTBF wurde ein verendetes Tier bereits am 21. September entdeckt. Da davon ausgegangen wird, dass das Tier zu diesem Zeitpunkt bereits zwei bis vier Wochen tot war, könnte es zu den ersten infizierten Wildschweinen in der Gegend gezählt haben. Das Militärgelände ist dem Ministerium für Natur und Forst zufolge inzwischen vollständig dekontaminiert worden und es finden dort keine Militärübungen mehr statt.

Das RTBF hat nun neben der Einschleppung durch Jäger oder das Wegwerfen kontaminierter Lebensmittel noch ein weiteres Szenario aufgestellt, wie die ASP nach Belgien gebracht worden sein könnte. So mutmaßt der Sender, dass das Virus von belgischen Soldaten mitgebracht wurde, die nach einem Auslandseinsatz in den baltischen Ländern in Lagland stationiert wurden.

Derweil wurde die Keulung der etwa 4 150 Hausschweinen in der Restriktionszone am Dienstag vergangener Woche beendet. Eine Neueinstallung von Tieren ist bis auf Weiteres untersagt, die Erzeuger werden entschädigt.