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SUS 6/2018

Kastration: Düsser Ergebnisse zur Lokalbetäubung

Die Abwehrreaktion während der Kastration wurde im Versuch erfasst.

Der Düsser Versuch zur Ferkelkastration unter lokaler Betäubung zeigt, dass moderne Anästhetika den Tierschutz verbessern können. Die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt der Uni München, des Schweinegesundheitsdienstes NRW (SGD) und des Versuchs- und Bildungszentrums Haus Düsse wurden kürzlich vorgestellt.

Bei dem Versuch wurden die Ferkel einer Gruppe lediglich fixiert, eine Gruppe unbetäubt kastriert sowie drei Gruppen örtlich betäubt und nach ca. 30 Minuten kastriert. Dabei kamen die Anästhetika Procain und Lidocain zum Einsatz. Da man Schmerz nicht messen und auch die Ferkel dazu nicht "befragen" kann, mussten individuelle Parameter herangezogen werden. Zum einen wurde die Abwehrreaktion beim Schnitt mit dem Skalpell erfasst. Zum anderen bestimmte man u.a. Kortisol im Blut. Auch mussten die frisch kastrierten Ferkel einen Hindernisparcours zurücklegen. Die dafür benötigte Zeit war ein Indiz dafür, wie schmerzhaft der Kastrationsvorgang war. Die Ergebnisse:

  • Die Verabreichung von Lidocain führt tendenziell zu einer geringeren Belastung als eine Procain-Betäubung. Im Mittel wirkte die Lidocain-Behandlung in den Hoden noch am besten.
  • Während der Kastration führte der Einsatz von Lidocain zu einer Schmerzreduktion. Die Vorbehandlung mit Procain dagegen wirkte weniger.
  • Die Untersucher halten fest, dass keine der auf der Düsse durchgeführten Betäubungsmethoden zu einer vollständigen Schmerzausschaltung führte.

Die Düsser Studie hat unter den Fachleuten Diskussionen ausgelöst. Drei Fachtierärzte schildern ihre Position, wie die lokale Betäubung weiterentwickelt werden müsste. Den kompletten Bericht "Kastration: Lidocain lindert Schmerz" sowie die Statements der Experten lesen Sie in der SUS 6/2018.