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Tierärzte wollen Improvac-Gipfel

Improvac-Spritze.

Die große Koalition in Berlin will das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration verschieben. Verständlicherweise wird dies insbesondere von den Tierschutzverbänden scharf kritisiert. Dass jetzt auch tierärztliche Vereinigungen wie TVT und BTK in die selbe Kerbe hauen, verwundert schon!

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte hingegen begrüßt die Fristverschiebung, fordert jedoch Tierärzte und Landwirte auf, jetzt aktiv zu werden. Nach derzeitigem Stand gäbe es zwar neben der Jungebermast die Möglichkeiten der Ferkelkastration mit Injektions- oder Inhalationsnarkose und die Impfung gegen Ebergeruch. Allerdings sei die Injektionsnarkose mit Azaperon/Ketamin zurzeit nicht möglich, da der Hersteller von Stresnil voraussichtlich erst Mitte nächsten Jahres liefern könne und ein alternatives Arzneimittel nicht zur Verfügung stehe. Übrig bliebe allein die Impfung gegen Ebergeruch mit Improvac.
Dieses Verfahren scheitere derzeit vor allem daran, dass der Lebensmitteleinzelhandel keine klaren und einheitlichen Aussagen zur Abnahme von damit geimpftem Schweinefleisch treffe. "Die Zeit drängt. Deshalb sind die gemeinsamen Beratungen im Rahmen eines Nationalen Improvac-Gipfels aus unserer Sicht dringend erforderlich", so der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Siegfried Moder.

SUS meint: Unabhängig von der Fristverlängerung ist es wichtig, schnell und konsequent alle vier Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration voranzubringen. Das sind die Ebermast, die Vollnarkose, die lokale Betäubung sowie die Immunokastration. Denn nicht jede Methode passt zu jedem Betrieb oder Vermarktungsweg. Unbestritten haben Teile der Tierärzteschaft ein großes Interesse, eine weitere Routineimpfung bei den Schweinen zu etablieren. Doch es gehören jetzt auch die die Probleme und Hürden der Inhalationsnarkose und der Lokalanästesie auf den Tisch. Hier darf sich die Tierärzteschaft nicht wegducken, sondern sollte aktiv mitwirken und unterstützen. Ganz entscheidend wird sein, wie die deutschen Ferkelerzeuger vor einer drohenden Wettbewerbsverzerrung gegenüber Ferkelimporten aus Dänemark und Holland geschützt werden können. Hierzu und nicht zum Improvac sollte ein "Nationaler Gipfel" einberufen werden.