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Zwischenruf: Stimmung schlechter als die Erlöse!

Michael Werning, SUS-Redaktion

Das Auf und Ab bei den Preisen bringt die Schweinebranche nicht mehr aus dem Konzept. Keine Frage, es gab sehr bittere Phasen, in denen viele Betriebe richtig bluten mussten. Doch wer weitermachte verdiente mit den Schweinen auch wieder Geld. Wirtschaftlich durch atmen und dann die nächsten Entwick­lungsschritte gehen, lautete bislang das Motto!
Dieses Mal ist es anders. Wir haben zwar zeitweise Schweinepreise von über 1,80 € bzw. 60 € pro Ferkel erreicht. Und die mittel­fristigen Markt­aussichten sind trotz des hierzu­lande sinkenden Schweinefleischver­zehrs nicht die schlech­testen. Stichwort China. Dennoch ist die Stim­mung, die wir auf den Betrieben wahrneh­men, deutlich schlech­ter als die Erlössitua­tion. Gute Preise und trotzdem miese Stim­mung?
Als Motivation, um nach einer Krise wieder den Kopf hochzuneh­men und seiner Passion als Schweinehalter nachzugehen, dient auch im mer der Blick in die Zukunft. Sei es, dass später ein Betrieb mit Potenzial an die nächste Generation übergeben werden soll oder man auf ein stolzes Lebenswerk schauen möchte.Doch die­ser Blick wird inzwischen vielen ver­sperrt. Daran schuld sind nicht allein die schlechten Chancen noch einmal einen Stall bauen zu dürfen. Die Schweinehalter haben das Gefühl, nicht mehr erwünscht zu sein.
Wie ist das sonst zu verstehen, dass im Ent­wurf zur neuen Hal­tungs­VO ein Budget veranschlagt ist, dass selbst nach Kalkulation des BMEL nur für den Umbau von rund 800 000 Sauenplätzen reicht? Das ist weniger als die Hälfte des aktu­ellen Bestandes von gut 1,8 Mio. Sauen.Selbiges könnte man zur Dünge­VO oder dem Gezerre um die TA­Luft sagen. Deutschland ist auf dem besten Weg, selbst die engagiertesten Schweinehalter zu demoralisieren.

Standpunkt aus der aktuellen SUS 4/2019...