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SUS 6/2016

Mehr Freiraum im Deckstall - aber wie?

Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS

Das Thema Kastenstände im Deckstall erregt die Gemüter.
Mit der Bestätigung des „Magdeburger Urteils“ durch das Bundesverwaltungsgericht verstärkt sich jetzt die Notwendigkeit, nach Lösungen zu suchen.Im Kern geht es um breitere Kastenstände. Nach juristischer Interpretation müssen Sauen jederzeit die Möglichkeit haben, eine Liegeposition in beiden Seitenlagen einzunehmen, ohne an Hindernisse zu stoßen. Doch breitere Stände animieren Sauen, sich umzudrehen. Dabei können sie sich verletzen, was nicht sein darf.Wie man beide Forderungen praktikabel unter einen Hut bringt, bleibt unklar. Vermutlich läuft es auf Zwischenräume zwischen den Ständen oder die Gruppenhaltung hinaus. In jedem Fall wird mehr Platz benötigt. Eine Erweiterung scheitert jedoch oft am Baurecht. In letzter Konsequenz bliebe nur die Abstockung.Vor diesem Hintergrund ist eine Umrüstung als langfristiger Prozess zu sehen nicht als kurzfris- tige Aktion, wie sie von einzelnen Veterinärämtern verlangt wird. Dies ist eine Zumutung, da weder die Behörde noch die Beratung wissen, wie eine rechtskonforme Umrüstung auszusehen hat.

Zudem haben etliche Betriebe erst vor Kurzem die geforderte Gruppenhaltung für tragende Sauen umgesetzt und die letzten zwei Jahre kein Geld verdient. Ein weiterer, kurzfristiger Umbau gefährdet deren Existenz.Wer die Kastenstände kritisiert, muss die Vor- und Nachteile sachlich abwägen. Aus Gründen des Tier- und Arbeitsschutzes ist auf jeden Fall während der Rausche und der Besamung eine vorübergehende Einzelhaltung der Sauen in Kastenständen bzw. in ver- schließbaren Fress-Liegebuchten erforderlich. Auch hygienische und gesundheitliche Aspekte sprechen dafür.Wegweisend in Sachen Kasten- stand ist der Beschluss der Agrar- ministerkonferenz Anfang September. Danach soll das Thema ganzheitlich, also aus Sicht des Tierschutzes, der  -gesundheit und der Ökonomie, angegangen werden. Gleichzeitig wird das Bundesministerium gebeten, sich für eine einheitliche EU-Regelung einzusetzen und die Umrüstung nanziell zu fördern.Es bleibt dabei: Alleingänge, sei es auf Kreis- oder Länderebene, sind absolut tabu. Sonst werden die betroffenen Ferkelerzeuger in den Ruin getrieben!