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ASP in China: Wer profitiert?

China importiert derzeit deutlich weniger Soja.

Die ASP-Einschleppung und ihre rasche Ausbreitung in China wird erhebliche Auswirkungen auf die weltweiten Fleisch- und Futtermittelmärkte haben. Obwohl die konkreten Auswirkungen der Seuche noch nicht feststehen, könnte ASP die chinesischen Schweinebestände um 30 bis 35 % schrumpfen lassen. Dies ergibt sich aus indirekten Daten, die einen starken Rückgang in der lokalen Verarbeitungsindustrie für Schweineerzeugnisse sowie in der Produktion und im Umsatz von Schweinefuttermitteln zeigen.

Die weltweiten Folgen dürften komplex sein. Einerseits wird erwartet, dass die Einfuhren von Schweinefleisch deutlich zunehmen werden. Die Einfuhren anderer Fleischarten wie Rindfleisch oder Geflügel dürften aber ebenfalls steigen. Andererseits wird die Verringerung der Schweinebestände in China zu einer geringeren Nachfrage nach Getreide und Soja führen. China importiert derzeit knapp zwei Drittel des weltweit gehandelten Sojas, davon etwa die Hälfte für die Fütterung der heimischen Schweine. Der Ankauf von Soja hatte sich bereits aufgrund der Handelsspannungen zwischen China und den USA verlangsamt. Auch wird erwartet, dass der Fleischkonsum in China stagniert, da die Ware knapp und teuer ist. Bislang ist der Pro-Kopf-Verzehr von Jahr zu Jahr gestiegen.

Weltweit steigende Schweinefleisch- und sinkende Futtermittelpreise wird dem EU-Schweinesektor ebenso wie den US-Schweinefleischproduzenten zugutekommen. Gleichzeitig ist die ASP-Krise ein Segen für die Geflügelleute in den großen Exportländern wie Brasilien. Auch dürfte die chinesische Geflügelproduktion in diesem Jahr um 5 bis 7 % steigen, was auch den Erfolg der Chinesen bei der Eindämmung der hochpathogenen Vogelgrippe widerspiegelt.