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China fehlen 13 Mio. t Schweinefleisch

Die EU-Exporteure profitieren vom Einbruch der chinesischen Schweinefleischerzeugung.

Die Rabobank geht in ihrer jüngsten Analyse des globalen Schweinemarktes davon aus, dass sich Asien nur langsam von den Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erholen wird. Der Prognose von Rabobank-Marktexperte Justin Sherrard nach wird der schwere Seuchenausbruch noch über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren für starke Verunsicherungen auf den internationalen Märkten für Schweinefleisch, aber auch für die Ersatzprodukte Geflügel-und Rindfleisch, sorgen.

Allen voran China mit seinem gewaltigen Marktvolumen hat bereits in den vergangenen Monaten die Exportmärkte maßgeblich beeinflusst. So sind die EU-Schweinefleischexporte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 um 45 % gestiegen. Allein im Juli hat Deutschland 43 % mehr Schweinefleisch nach China geliefert, als im Vorjahresmonat. Nach Vietnam, wo aufgrund der ASP bereits über 5 Mio. Schweine gekeult worden sein sollen, hat die EU von Januar bis Juli 2019 etwa 32 % mehr Schweinefleisch verkauft. Für den gesamten Drittlandexport rechnet die Kommission im aktuellen Jahr mit einem Anstieg um 12 % im Vergleich zum Vorjahr.

Im kommenden Jahr könnte der Importbedarf der Chinesen noch deutlich an Fahrt gewinnen. Branchenkenner schätzen, dass das Land in diesem Jahr einen Bestandsverlust von bis zu 55 % hinnehmen muss. Das schlägt sich aber erst zeitverzögert auf die eigene Fleischversorgung aus. „Aufgrund der großen Liquidation im ersten Halbjahr 2019 ist der Rückgang der Schweinefleischproduktion langsamer als der Herdenverlust. Für 2019 erwarten wir einen Rückgang der Erzeugung von Schweinefleisch um 25 %“, so Sherrard. Damit könnte auf dem chinesischen Schweinefleischmarkt ein Defizit von mindestens 13 Mio. t entstehen. Im kommenden Jahr könnten es sogar bis zu 19 Mio. t werden.