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China ordert 10 % mehr Schweinefleisch

Im Zuge der ASP-Krise hat China in den vergangenen Monaten deutlich mehr Schweinefleisch eingeführt.

Nach dem in den letzten Wochen viel darüber gesprochen wurde, wie der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die chinesische Selbstversorgung mit Schweinefleisch ins Wanken bringt, liegen nun die ersten offiziellen Handelsbilanzen des Pekinger Landwirtschaftsministeriums vor. Demnach hat das Land im Januar und Februar 2019 mehr als 207.000 t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen eingeführt und damit die Vorjahreswerte um 10 % übertroffen. Da die Nachfrage laut Analysten im März und April noch einmal kräftig anzog, ist für diesen Zeitraum mit noch höheren Steigerungsraten zu rechnen.

Auffällig ist aber auch, dass die chinesischen Rindfleischimporte im Betrachtungszeitraum noch stärker wuchsen. Dem Ministerium zufolge wurden 209.880 t Rindfleisch eingeführt; das war gut die Hälfte mehr als in den ersten beiden Monaten 2018. Selbiges ist im Geflügelfleisch-Segment zu beobachten, wo sich die Einfuhrmenge um 37,1 % auf 82 500 t erhöhte. Grund hierfür dürfte sein, dass die durch die ASP verunsicherten Verbraucher in der Volksrepublik den Konsum anderer Fleischarten zu Lasten von Schweinefleisch ausweiten und so der Importbedarf für diese wächst.

Dennoch rechnen die Analysten der niederländischen Rabobank damit, dass die europäischen Schweinefleisch-Exporteure in den nächsten Monaten sehr gute Geschäfte in China und Südostasien machen können. Sie gehen davon aus, dass die chinesische Schweinefleischproduktion in diesem Jahr aufgrund der ASP um 25 bis 35 % sinken wird. Die Seuche grassiert inzwischen in allen ländlichen Provinzen des Landes. Ähnlich dramatisch ist die Lage in Kambodscha und Vietnam.