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Kastration: Ferkel-Exporteure sind gerüstet

Dänen und Holländer wollen noch mehr Ferkel zu uns liefern.

Die Existenz-bedrohende Lage der deutschen Ferkelerzeuger wird inzwischen mit Wohlgefallen im Ausland registriert. So wittern die exportstarken Dänen und Holländer neue Marktanteile im Ferkelgeschäft. Denn im hartumkämpften Wettbewerb geraten hiesige Ferkelerzeuger immer stärker ins Hintertreffen. Zu einseitigen Belastungen für deutsche Ferkelerzeuger führen insbesondere die Diskussionen um die Kastenstände, das Kupierverbot und die stark gestiegenen Güllekosten. Der dickste Brocken ist aber das anstehende Verbot der betäubungslosen Kastration. Denn der Großteil der deutschen Mäster wird auch im nächsten Jahr weiter kastrierte Ferkel mästen wollen. Können deutsche Sauenhalter diese nicht bieten, wird auf Importferkel zurückgegriffen. So sind die Dänen mit der lokalen Betäubung und die Holländer mit der CO2-Narkose bereits für das deutsche Verbot der betäubungslosen Kastration gerüstet.
Bereits im letzten Jahr lieferten die Niederlande rund 6,6 Mio. Ferkel zu uns. Nach den ASP-bedingten Absatzproblemen in Belgien würden die Holländer gern im Ferkelgeschäft nach Deutschland zulegen. Auf holländischer Seite hält man eine Verdoppelung der aktuell rund 11 Mio. Ferkel umfassenden Gesamtimporte Deutschlands auf bis zu 20 Mio. Ferkel im Jahr für möglich.
Auch die Dänen würden gerne mehr Ferkel an die zahlungskräftigen Mäster in Deutschland liefern. Bei Bedarf könnte z.B. kurzfristig ein erheblicher der Teil der inzwischen mehr als 5 Mio. Ferkel nach Polen gelieferten Ferkel nach Deutschland umgeleitet werden. Denn das Polen-Geschäft ist für die Dänen wegen der dort grassierenden ASP nicht ungefährlich. Dänische Ferkelexporteure werben auf Flyern bereits damit, auch im nächsten weiter hochwertige Ferkelpartien mit QS-Status anbieten zu können. Bleibt nur zu hoffen, dass der Deutsche Bundestag der angepeilten Fristverlängerung zur Kastration um zwei Jahre zustimmt.