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Schlachter reagieren mit Hauspreisen auf steigende Notierung

Aktuell können sich die Mäster über gute Verkaufserlöse freuen. Die Schlachter versuchen mit Hauspreisen die Notierung auszubremsen.

Diese Woche hat die VEZG-Notierung um 5 Cent auf 1,85 €/Indexpunkt zugelegt. Die Schlachtunternehmen Tönnies und Vion sind der neuen Notierung allerdings nicht gefolgt und haben mit 1,80 €/Indexpunkt den Preis der Vorwoche als Hauspreis ausgegeben. Warum bewerten Erzeuger bzw. Viehvermarkter auf der einen und die Schlachter bzw. Verarbeiter auf der anderen Seite den Schweinemarkt so unterschiedlich?

Die VEZG hat vor allem das immer knapper werdende Lebendangebot als ausreichenden Impuls empfunden, um die Notierung merklich anzuheben. Denn Fakt ist: Zwar hatte sicherlich der Feiertag mit dafür gesorgt, dass in der vergangenen Kalenderwoche nur noch knapp über 800.000 Schweine an den Haken kamen. Der anhaltende Negativtrend bei den Schlachtzahlen macht aber deutlich, dass einfach weniger Schweine in den Ställen stehen als noch in den Vorjahren. Der Kampf um den Rohstoff Schwein ist spürbar.

Einige Akteure der roten Seite hatten sich dennoch Anfang der Woche für stabile Preise ausgesprochen und in letzter Konsequenz am Mittwoch Hauspreise rausgegeben. Die Margen scheinen in den letzten Wochen aus Sicht der Unternehmen nicht ausreichend gewesen zu sein. Dem Bekunden nach läuft der Export nach China auf kontinuierlich hohem Niveau. Die in Europa stark gestiegenen Preise hätten die asiatischen Einkäufer aber etwas ausgebremst. Und das schwache Inlandsgeschäft hat erst mit den nun gestiegenen Temperaturen und der zunehmenden Nachfrage nach Grillfleischartikeln an Fahrt aufgenommen.

Es bleibt also spannend, welche Marschrichtung sich in den kommenden Tagen bzw. Wochen durchsetzen wird. Aus Viehhändlerkreisen ist aber zu hören, dass kaum Schlachtschweine umdisponiert und daher wohl die Hauspreise nicht mit aller Härte durchgedrückt werden.