Kupierverzicht: Behutsam herantasten!

Zwei Experten beantworten Fragen zur Statuserhebung, zur Risikoanalyse sowie zu den Testgruppen.

Wie ist eine Schwanz- und Ohrverletzung definiert?

Hammer: Als Schwanz- und Ohrverletzungen werden deutlich sichtbare, blutende Wunden und Krusten sowie Schwellungen an den Schwänzen verstanden. Die Definition entspricht dem KTBL-Leitfaden zu den Tierschutzindikatoren.

Wie oft sind Verletzungen zu erfassen?

Tölle: Verletzungen sind mindestens zweimal jährlich im Abstand von ca. sechs Monaten zu erfassen. Es reicht aus, die Verletzungen anhand einer Stichprobe zu bewerten. Bei Saugferkeln umfasst diese ein Abferkelabteil. In der Aufzucht und Mast sind jeweils zwei Abteile einzubeziehen. Daraus ist je Produktionsart ein Mittelwert für die letzten zwölf Monate zu errechnen.

Sind Schlachtbefunde nutzbar?

Tölle: Ja, sofern Schlachtbefunde zu Ohr- und Schwanzverletzungen vorliegen und über die letzten zwölf Monate ausgewertet werden, können diese die Erhebung im Mastbestand ersetzen.

Was gilt für die Ersterfassung zum 1. Juli?

Hammer: Zum Start des Aktionsplans reicht es, wenn Verletzungen zuvor einmal erfasst wurden. Liegen Daten über zwölf Monate vor, können diese einbezogen werden. Auch bei der Risikoanalyse reicht eine einmalige Erhebung vor dem 1. Juli aus.

Ist die Risikoanalyse für jede Produktionsstufe durchzuführen?

Tölle: Ja, die Risikoanalyse und die Verletzungen müssen getrennt für Saugferkel, Aufzuchtferkel und Mastschweine erhoben werden. Bei mehreren VVVO-Nummern steigt die Zahl der Risikoanalysen entsprechend. Die Auswahl der Abteile steht frei, sollte aber repräsentativ sein. Treten Unterschiede zwischen den Abteilen auf, sollte die Risikoanalyse in den vermehrt betroffenen Stalleinheiten stattfinden.

Müssen Ferkelerzeuger auch eine Risikoanalyse durchführen, wenn das Kupieren im Mastbetrieb unerlässlich ist?

Hammer: Ja. Werden in einer Produktionskette ausschließlich kupierte Tiere gehalten, ist in jedem Betrieb eine Risikoanalyse sowie die Erhebung von Schwanz- und Ohrverletzungen erforderlich. Dies gilt auch, wenn in einem zur Produktionskette gehörenden Betrieb bereits die Unerlässlichkeit des Eingriffs mit einer Tierhalter-Erklärung dargelegt wurde.

Wann sind Optimierungsmaßnahmen nötig?

Tölle: Immer dann, wenn die Risikoanalyse einen Optimierungsbedarf zeigt, um Schwanzbeißen zu verhindern. Und...

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