Parvo: Ist die Impfung nachweisbar?

Die Impfung gegen Parvovirose gehört zum Standard in Sauenbetrieben. Ob sich die Vakzinierung im Blut auch nachweisen lässt, zeigt eine neue Studie der Vetmeduni Wien.

Das porzine Parvovirus (PPV) ist eigentlich ein alter Hut in der Schweinehaltung. Die Impfung gehört in den allermeisten Sauenbetrieben zum Standard. Man könnte also meinen, dass zum Virus alles gesagt sei. Mitnichten! An der Klinik für Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien beschäftigt man sich nach wie vor mit interessanten Fragestellungen zu PPV: Lassen sich Impfantikörper bei vakzinierten Sauen zweifelsfrei nachweisen? Und welche Virus-Stämme führen derzeit zu Impfdurchbrüchen? Ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse.

Wissenswertes zum Virus

  • Erreger und Klinik: Das porzine Parvovirus ist in der Umwelt monate- bis jahrelang infektiös. Man geht deshalb davon aus, dass PPV in vielen Schweinebetrieben vorkommt. Infektionen mit PPV verlaufen in der Regel symptomlos. Problematisch wird es allerdings in der Trächtigkeit: Denn die Viren überwinden bei ungeimpften Sauen die Plazentaschranke und infizieren Embryonen bzw. Föten. Da deren Immunsystem vor dem 70. Trächtigkeitstag noch nicht reif genug ist, um das Virus erfolgreich zu eliminieren, verlaufen Infektionen bis Ende des zweiten Trimesters meistens tödlich. Ab dem ca. 70. Trächtigkeitstag ist das Immunsystem der Föten bereits gut entwickelt, weshalb infizierte Ferkel meistens eine Infektion überleben können und somit gesund und mit Antikörpern ausgestattet auf die Welt kommen.

Weil sich die Viren zudem sehr langsam von einem zum nächsten Fötus ausbreiten, findet man zum Zeitpunkt der Geburt Mumien und unterschiedlich entwickelte Früchte mit variierender Autolyse, sowie totgeborene oder normal entwickelte Ferkel in nur einem Wurf. Dieses klinische Bild wird in der Literatur mit Orgelpfeifen verglichen und als „SMEDI-Syndrom“ bezeichnet. Dabei steht jeder Anfangsbuchstabe dieser Abkürzung für eine bestimmte Symptomatik (siehe Übersicht).

  • Differenzialdiagnostik: Abgesehen von einer Infektion mit PPV sollte man beim vermehrten Auftreten von Mumien auch Infektionen mit anderen Erregern – wie beispielsweise mit dem porzinen Circovirus 2 (PCV2) – in Betracht ziehen. Eine Unterversorgung der Föten mit Sauerstoff sowie Nährstoffen, die ebenfalls zur Mumifizierung führen kann, ist nicht zuletzt auch den häufig angestrebten größeren Wurfzahlen geschuldet. Dem Vorkommen von ein oder zwei Mumien sollte bei Linien, die häufig große Wurfzahlen haben, demnach keine zu große Bedeutung zugeschrieben werden.

Nachweismethoden

Direkte Nachweismethoden, z.B. PCR-Tests,...