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Schwarzenau

[2] Preiswerter Fasermix nicht schlechter Digital Plus

Um die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung einhalten zu können, werden häufig sogenannte Fasermixe eingesetzt. Hauptbestandteile dieser rohfaserreichen Ergänzungsfuttermittel sind Apfeltrester, Sojabohnenschalen, Trockenschnitzel, Grünmehl oder Mühlennachprodukte. Entsprechend ihrer Zusammensetzung unterscheiden sie sich im Preis. Zur Beurteilung des Futterwertes von Faserträgern sollte auf das Vorhandensein bakteriell fermentierbarer Substanzen (BFS) geachtet werden. Sie können die Darmgesundheit über die Fermentationsvorgänge der Mikroben positiv beeinflussen. Hohe Anteile an BFS liefert z.B. Apfeltrester. In einem Fütterungsversuch mit tragenden und säugenden Sauen am LVFZ Schwarz

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Um die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung einhalten zu können, werden häufig sogenannte Fasermixe eingesetzt. Hauptbestandteile dieser rohfaserreichen Ergänzungsfuttermittel sind Apfeltrester, Sojabohnenschalen, Trockenschnitzel, Grünmehl oder Mühlennachprodukte. Entsprechend ihrer Zusammensetzung unterscheiden sie sich im Preis. Zur Beurteilung des Futterwertes von Faserträgern sollte auf das Vorhandensein bakteriell fermentierbarer Substanzen (BFS) geachtet werden. Sie können die Darmgesundheit über die Fermentationsvorgänge der Mikroben positiv beeinflussen. Hohe Anteile an BFS liefert z.B. Apfeltrester. In einem Fütterungsversuch mit tragenden und säugenden Sauen am LVFZ Schwarzenau wurde geprüft, ob sich Fasermixe unterschiedlicher Zusammensetzung auf die Leistungen auswirken. Neben einem Standard-Fasermix ohne Trester wurde einer mit 30% Apfeltrester eingesetzt, der um 7 € je dt teurer war. Hierfür wurden die Sauen gleichmäßig auf zwei Versuchsgruppen verteilt und insgesamt 89 Produktionszyklen ausgewertet. Die wichtigsten Erkenntnisse: Bei der Lebendmasseentwicklung der Sauen während der Trächtigkeit und Laktation traten keine signifikanten Unterschiede auf. Mit Ausnahme des Wurfgewichts (19,9 vs. 21,6 kg) und der abgesetzten Ferkel (12,3 vs. 12,8) konnten zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Bei den genannten Parametern schnitt die Testgruppe mit dem preiswerten Fasermix besser ab (siehe Übersicht). Die Zusammensetzung des Fasermix zeigte keinen Einfluss auf die Körpertemperatur der Sauen während der ersten drei Tage nach der Geburt. Geburtsdauer, Behandlungstage pro Laktation sowie Anzahl Ferkel mit Geburtshilfe unterschieden sich nicht absicherbar. Berücksichtigt man die Preisdifferenzen von 1,25 €/dt für das Trage- und 0,35 €/dt für das Laktationsfutter, so reduzieren sich bei einem unterstellten Futterverbrauch von 700 bis 850 kg Tragefutter und 350 bis 500 kg Säugefutter pro Sau und Jahr die Futterkosten um rund 10 bis 12,50 € pro Sau. Bei 250 Sauen sind dies 2500 bis 3100 € pro Jahr. Resümee: Der Preis und die Zusammensetzung müssen stimmen. Es muss nicht unbedingt Apfeltrester sein. Dennoch ist auf Komponenten mit ausreichenden Gehalten an BFS und hohem Quellvermögen zu achten. Kontakt: Wolfgang.Preissinger@lfl.bayern.de