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Quakenbrück

[3] Extrem N-/P-reduziert: Wo sind Grenzen? Digital Plus

Um den Nährstoffanfall noch weiter zu senken, werden in der Praxis mittlerweile Fütterungskonzepte bei Mastschweinen umgesetzt, die extrem niedrige Protein- und Phosphorgehalte aufweisen. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder die Frage nach den Grenzen der Nährstoffreduzierung auf. Ab wann reagieren die Tiere mit Leistungsminderungen? In einem Mastversuch an der LPA Quakenbrück (LWK Niedersachsen) wurden drei Fütterungskonzepte mit unterschiedlich starker Nährstoffreduzierung verglichen. Die Untersucher stallten 120 Ferkel (db 77xBHZP Viktoria) nach Gewicht und Geschlecht auf drei Futtergruppen verteilt und in Einzelbuchten auf. Das Futter der Gruppe 1 entsprach mit Sollwerten für Rohprotein von 16,5 % (VM), 15,5% (MM) und 14,0% (EM) in etwa dem Verfahren „stark N-/P-reduzierte Fütterung“ der Dünge-VO. Die Gruppe 2 „ab Mastbeginn extrem N-/P-reduziert“ sollte das in NRW umgesetzte Fütterungskonzept mit Verzicht auf Soja ab 50 kg LG abbilden. Die Sollwert für R

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Um den Nährstoffanfall noch weiter zu senken, werden in der Praxis mittlerweile Fütterungskonzepte bei Mastschweinen umgesetzt, die extrem niedrige Protein- und Phosphorgehalte aufweisen. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder die Frage nach den Grenzen der Nährstoffreduzierung auf. Ab wann reagieren die Tiere mit Leistungsminderungen? In einem Mastversuch an der LPA Quakenbrück (LWK Niedersachsen) wurden drei Fütterungskonzepte mit unterschiedlich starker Nährstoffreduzierung verglichen. Die Untersucher stallten 120 Ferkel (db 77xBHZP Viktoria) nach Gewicht und Geschlecht auf drei Futtergruppen verteilt und in Einzelbuchten auf. Das Futter der Gruppe 1 entsprach mit Sollwerten für Rohprotein von 16,5 % (VM), 15,5% (MM) und 14,0% (EM) in etwa dem Verfahren „stark N-/P-reduzierte Fütterung“ der Dünge-VO. Die Gruppe 2 „ab Mastbeginn extrem N-/P-reduziert“ sollte das in NRW umgesetzte Fütterungskonzept mit Verzicht auf Soja ab 50 kg LG abbilden. Die Sollwert für Rohprotein lagen bei 13,0% (VM) und 10,5%(EM). Die Gruppe 3 „ab 50 kg LG extrem N-/P-reduziert“ beinhaltete die Fütterungsstrategie der Bröring Unternehmensgruppe, Dinklage. Die Sollwerte für den RP-Gehalt betrugen 16,5% (VM), 13,0% (MM) und 10,5% (EM). Die Futteranalyse zeigte, dass einige RP-Gehalte etwas höher ausfielen. Die wichtigsten Ergebnisse: Die Schweine erzielten durchschnittliche Tageszunahmen von 1060 g. Der Futteraufwand je Kilo Zuwachs lag im Mittel bei 2,52 kg. Die Kontrollgruppe erreichte 1101 g, die zwei Versuchsgruppen 999 g und 1078 g (s. Übersicht). Der Futteraufwand je Kilo Zuwachs lag bei 2,50, 2,62 bzw. 2,44 kg. Zunahmen und der Futteraufwand der Gruppe 2 unterschieden sich signifikant von denen der beiden anderen Gruppen. In der Gruppe 2 lagen die AutoFOM-Indexpunkte/kg Schlachtkörpergewicht mit 0,955 zwar unter den Werten der anderen Gruppen (0,977 bzw. 0,970), die Unterschiede waren jedoch nicht statistisch abzusichern. Hingegen schnitten die extrem N-/P-reduziert gefütterten Schweine der Gruppe 2 im Merkmal Schlachtausbeute signifikant besser, im Lachsgewicht aber schlechter als die Kontrolltiere ab. Der Fleischanteil Bauch lag in der Gruppe 2 zwar deutlich niedriger als in den beiden anderen Gruppen, der Unterschied ließ sich aber nicht absichern. Die Kontrollgruppe war den anderen Gruppen im Fleischmaß überlegen. In der Gruppe 2 fielen zwei Tiere wegen Beinschadens bzw. Entwicklungsstörungen und in Gruppe 3 ein Tier wegen Entwicklungsstörungen vorzeitig aus. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs lagen in der Gruppe 2 um 5,44 € und in der Gruppe 3 um 2,70 € über denen der Kontrollgruppe. Die ab Mastbeginn extrem N-/P-reduzierte Fütterung führte zu 30% geringeren Stickstoff- und 53% geringeren Phosphorausscheidungen. Mit dem in der Vormast nicht so extrem abgesenkten Futter (Gruppe 3) ließen sich der N-Anfall immerhin um 24% und der P-Anfall um 40% vermindern. Resümee: Der Versuch zeigt, dass es Reserven, aber auch Grenzen gibt. In der Gruppe 3 (Konzept Bröring) wurden beachtliche Leistungen und Nährstoffeinsparungen erzielt, wobei die Futterkosten um 2,70 € je 100 kg Zuwachs höher lagen als in der Kontrollgruppe. Kontakt: Andrea.Meyer@lwk-niedersachsen.de Versuchsbericht in der Originalfassung