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Bern

[5] Besamen: Videoanalyse deckt Fehler auf Digital Plus

In einem Praxisbetrieb mit 240 Sauen schwankte der Besamungserfolg zwischen den einzelnen Sauengruppen erheblich. Im Schnitt betrug die Umrauschrate 16,8%. Dies war der Anlass, eine Herdenuntersuchung durchzuführen, die von der Schweineklinik der Universität Bern vorgenommen wurde. Zunächst wurde die Herde begutachtet und festgehalten, dass sich die Sauen in einem guten Allgemeinzustand befanden. Um den Ursachen auf die Spur zu kommen, wurde der Vorgang der künstlichen Besamung (KB)bei 22 Sauen per Video erfasst. Die Besamungen führten entweder ein Mitarbeiter oder der Betriebsleiter selbst durch. Vor der KB wurde in der Regel die Vulva trocken mit einemTuch gere

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In einem Praxisbetrieb mit 240 Sauen schwankte der Besamungserfolg zwischen den einzelnen Sauengruppen erheblich. Im Schnitt betrug die Umrauschrate 16,8%. Dies war der Anlass, eine Herdenuntersuchung durchzuführen, die von der Schweineklinik der Universität Bern vorgenommen wurde. Zunächst wurde die Herde begutachtet und festgehalten, dass sich die Sauen in einem guten Allgemeinzustand befanden. Um den Ursachen auf die Spur zu kommen, wurde der Vorgang der künstlichen Besamung (KB)bei 22 Sauen per Video erfasst. Die Besamungen führten entweder ein Mitarbeiter oder der Betriebsleiter selbst durch. Vor der KB wurde in der Regel die Vulva trocken mit einemTuch gereinigt. Während der Besamung war ein Stimulier-Eber anwesend. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Die Videoanalyse machte ein unterschiedliches Vorgehen bei der Ausführung der Künstlichen Besamung deutlich. So verzichtete Besamer A auf die manuelle Stimulation und auch beim weiteren Vorgehen gab es Unterschiede (siehe Übersicht). Während Besamer A für den kompletten Vorgang der KB für jede einzelne Sau nur ca. 15 Sekunden brauchte, kam Besamer B auf 90 Sekunden je Sau. Drei Sauen reagierten beim Einführen des Besamungskatheters mit Lauten. Während der Besamung zeigten drei Muttertiere Kotabsatz und fünf Sauen urinierten. Retrospektiv wurde der Einfluss des Besamers auf die Umrauschrate in acht Gruppen analysiert. Der Besamer A erreichte eine solche von 22,8%, während der Besamer B eine signifikant niedrigere Rate von 7,1% aufwies. Zusätzlich wurde die Anzahl lebend geborener Ferkel pro Wurf zwischen den beiden Besamern verglichen. Die Wurfgrößen lagen bei 14,0 (Besamer A) und 13,1 (Besamer B) gesamt geborenen Ferkeln. Der Unterschied ließ sich statistisch nicht absichern. Schlussfolgerung: In diesem Fallbeispiel war der Besamungserfolg davon abhängig, wer die KB durchführte. Interessanterweise gab es bei der Wurfgröße keine signifikanten Unterschiede, die mit den Besamern in Verbindung gebracht werden konnten. Offensichtlich war es eine Frage des optimalen Besamungszeitpunktes. Den entscheidenden Hinweis hierauf gab die Videoanalyse. Kontakt: Alexander Grahofer (alexander.grahofer@usys.ethz.ch)