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Hannover

[5] Stroh, Mais und Heu – wie hygienisch? Digital Plus

Können Erreger über organisches Beschäftigungsmaterial in den Bestand eingeschleppt werden? Welche hygienischen Risiken sind mit den eingesetzten Materialien, die zum Teil gefressen werden, verbunden? Um diese Fragen ging es in einem Projekt am Institut für Tierhygiene der TiHo Hannover, welches durch die TSK Niedersachsen und die H.Wilhelm Schaumann-Stiftung gefördert wurde. Unter anderem wurden 20 verschiedene organische Rohmaterialen in-vitro untersucht. Dabei wurden verschiedene Holzprodukte, loses und gepresstes Stroh/Heu sowie sonstige Materialien wie Maispellets, Zuckerrübenschnitzel etc. berücksichtigt. Die Ergebnisse zu der Gesamtkeimzahl sowie zu coliformen Keimen und Schimme

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Können Erreger über organisches Beschäftigungsmaterial in den Bestand eingeschleppt werden? Welche hygienischen Risiken sind mit den eingesetzten Materialien, die zum Teil gefressen werden, verbunden? Um diese Fragen ging es in einem Projekt am Institut für Tierhygiene der TiHo Hannover, welches durch die TSK Niedersachsen und die H.Wilhelm Schaumann-Stiftung gefördert wurde. Unter anderem wurden 20 verschiedene organische Rohmaterialen in-vitro untersucht. Dabei wurden verschiedene Holzprodukte, loses und gepresstes Stroh/Heu sowie sonstige Materialien wie Maispellets, Zuckerrübenschnitzel etc. berücksichtigt. Die Ergebnisse zu der Gesamtkeimzahl sowie zu coliformen Keimen und Schimmelpilzen(siehe Übersicht): In den Sägespänen, den Zuckerrübenschnitzeln und der Lignocellulose-Einstreu wurden keinerlei Mikroorganismen nachgewiesen. Dieses Ergebnis geht wahrscheinlich auf den Produktionsprozess zurück. Die Holzprodukte wiesen ebenfalls nur geringe Kontaminationen auf. Die größte Gesamtkeimzahl war in der Maissilage vorhanden. Die Abwesenheit von coliformen Keimen und ein eher niedriger Wert für die Schimmelpilze sprechen jedoch für eine erfolgreiche Silierung. Insgesamt sind die losen Stroh- und Heuprodukte am höchsten mit Mikroorganismen belastet. Gepresste Stroh- und Heuprodukte schnitten deutlich günstiger ab. Mais weist allerdings ein hohes Risiko für Mykotoxine auf. In Wühlerde (Torf) konnten zudem gefährliche Mykobakterien bestätigt werden. Wichtige Bakterien wie E.coli oder die Zoonose-Erreger MRSA und Salmonellen wurden in den Proben nicht gefunden. Der Nachweis von Viren aus organischem Material gestaltete sich schwierig. So konnte beispielsweise für den Nachweis von PCV2 kein Referenzvirusisolat in bekannter Konzentration bereitgestellt werden. Die Stabilität und der Erhalt der Infektiosität von PRRS-Viren konnten in den ausgewählten Materialien ebenfalls nicht bestimmt werden. Resümee: Die meisten der getesteten organischen Materialien stellen kein hygienisches Risiko dar. Generell sollten organische Beschäftigungsmaterialien immer in Futtermittelqualität angeboten werden. Die gefundenen Mykobakterien schließen den Torf als hygienisches Beschäftigungsmaterial aus. Kontakt: Nicole.Kemper@tiho-hannover.de