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Quakenbrück

[7] Brauchen Kastraten mehr Aminosäuren? Digital Plus

In der Praxis wird beobachtet, dass weibliche Tiere mit einer starken Proteinreduzierung möglicherweise besser zurecht kommen als Kastraten. Vor diesem Hintergrund führte die LWK Niedersachsen an der LPA Quakenbrück einen Versuch mit 120 Ferkeln (Piétrain TN SelectxTN 70) durch. Das Ziel war, den Einfluss einer Aminosäurenzulage zu prüfen. Die Tiere wurden dreiphasig gefüttert: In der Vormast bis 65 kg erhielten beide Gruppen das RAM 2.1-Futter mit 16,5% Rohprotein und 1,10% Lysin. In der Mittelmast bis 80 kg wurde das RAM 2.2 -Futter mit 14% Rohprotein und ab 80 kg LG das RAM 2.2a-Futter mit 12% Rohprotein eingesetzt. Das Mittel- und das Endmastfutter der Versuchsgruppe unterschieden sich von denen der Kontrollgruppe nur durc

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In der Praxis wird beobachtet, dass weibliche Tiere mit einer starken Proteinreduzierung möglicherweise besser zurecht kommen als Kastraten. Vor diesem Hintergrund führte die LWK Niedersachsen an der LPA Quakenbrück einen Versuch mit 120 Ferkeln (Piétrain TN SelectxTN 70) durch. Das Ziel war, den Einfluss einer Aminosäurenzulage zu prüfen. Die Tiere wurden dreiphasig gefüttert: In der Vormast bis 65 kg erhielten beide Gruppen das RAM 2.1-Futter mit 16,5% Rohprotein und 1,10% Lysin. In der Mittelmast bis 80 kg wurde das RAM 2.2 -Futter mit 14% Rohprotein und ab 80 kg LG das RAM 2.2a-Futter mit 12% Rohprotein eingesetzt. Das Mittel- und das Endmastfutter der Versuchsgruppe unterschieden sich von denen der Kontrollgruppe nur durch die Erhöhung der fünf erstlimitierenden Aminosäuren um etwa 10%. Im Vormastfutter waren nur die ersten vier essentiellen Aminosäuren ergänzt.Die Klassifizierung der Schlachtkörper erfolgte nach AutoFOM. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Die Kontrollgruppe erzielte mit 955 g geringere Tageszunahmen als die Versuchsgruppe mit Aminosäurenzulage (990 g, siehe Übersicht). Auch fraßen die Kontrolltiere täglich 70 g Futter weniger als die Versuchsschweine. Beide Unterschiede waren statistisch gesichert. Beim Futteraufwand/kg Zuwachs gab es hingegen keine signifikanten Differenzen (2,46 bzw. 2,44 kg). Die Kastraten erzielten sowohl in der Mittel- als auch in der stark proteinreduzierten Endmast höhere Tageszunahmen. Die weiblichen Tiere der Versuchsgruppe weisen höhere Tageszunahmen erst in der Endmast auf. Diese Unterschiede sind allerdings nicht signifikant. Die Merkmale der Schlachtkörperbewertung (MFA Bauch, Speck- und Fleischmaß, Indexpunkte/kg) wurden durch die Zulage der Aminosäuren nicht beeinflusst. Die AutoFOM-Indexpunkte je kg SG lagen im Mittel bei 1,004. Die Berechnung der Futterkosten beruht auf den Nettopreisen im Versuchszeitraum. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs liegen in der Kontrollgruppe bei 64,42 € und in der Versuchsgruppe (+10% Aminosäuren) bei 65,78 €. Fazit: Die Schweine reagierten auf die höhere Versorgung mit Aminosäuren erst in der stark proteinreduzierten Endmast (12% Rohprotein ab 80 kg LG). Insgesamt wiesen die Tiere mit Aminosäurenzulage höhere Tageszunahmen von 35 g auf. Allerdings lagen die Futterkosten je 100 kg Zuwachs um 1,36 € höher. Kontakt: Andrea.Meyer@lwk-niedersachsen.de Versuchsbericht in der Originalfassung