Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

München

[7] Hilfsschleimbeutel: Wann leidet das Tier? Digital Plus

Bei Mastschweinen werden häufig Hilfsschleimbeutel (akzessorische Bursen) beobachtet, die sich an mehreren Lokalisationen bilden. Experten der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Tiergesundheitsdienstes Bayern und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben unter definierten Bedingungen die Entstehung und Entwicklung akzessorischer Bursen an den Gliedmaßen von Mastschweinen erfasst. Hierzu wurden 192 Masthybriden (PIxDExDL) ab Beginn der Quarantänestation (8 kg LG) bis zur Schlachtung unter konventionellen Haltungsbedingungen wöchentlich bonitiert. Jedes Tier war individuell gekennzeichnet. Die Schweine waren in 8er-Buchten untergebracht, die in der Aufzucht über einen vollperforierten Kunststoff- und in der Mast über einen Betonvollspaltenboden ve

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für SUS Abonnenten

Ich kenne meine Anmeldedaten

Email-Adresse oder Benutzername
Passwort
Bei Mastschweinen werden häufig Hilfsschleimbeutel (akzessorische Bursen) beobachtet, die sich an mehreren Lokalisationen bilden. Experten der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Tiergesundheitsdienstes Bayern und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben unter definierten Bedingungen die Entstehung und Entwicklung akzessorischer Bursen an den Gliedmaßen von Mastschweinen erfasst. Hierzu wurden 192 Masthybriden (PIxDExDL) ab Beginn der Quarantänestation (8 kg LG) bis zur Schlachtung unter konventionellen Haltungsbedingungen wöchentlich bonitiert. Jedes Tier war individuell gekennzeichnet. Die Schweine waren in 8er-Buchten untergebracht, die in der Aufzucht über einen vollperforierten Kunststoff- und in der Mast über einen Betonvollspaltenboden verfügten. Wöchentlich wurden Anzahl, Größe und Lokalisation der akzessorischen Bursen an Gliedmaßen und Sternum (Brustbein) sowie der Bewegungsablauf und Veränderungen an den Klauen erfasst. Die mittlere Zunahme in der Aufzucht betrug 360 g und die in der Mast 936 g. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Es wurden bereits Ferkel mit akzessorischen Bursen in die Aufzucht eingestallt. In Lebenswoche 4 wiesen über 25% der Tiere eine Burse auf. Die Häufigkeit (Prävalenz) stieg während der Aufzucht. Beim Umstallen in die Mast mit 12 Wochen betrug sie 67,6%. In Lebenswoche 24, eine Woche vor der ersten Schlachtung, wurden bei 97,8% der Mastschweine mindestens eine Burse festgestellt (s. Übersicht). Schwere Tiere mit höheren Tageszunahmen wiesen signifikant mehr und größere Bursen auf als gleichaltrige leichtere Tiere. Tiere mit stärkeren Gangbildveränderungen zeigten signifikant mehr und größere Bursen. Das Allgemeinbefinden wurde durch akzessorische Schleimbeutel nicht beeinträchtigt. Auch fielen Klauenverletzungen vor allem im Bereich des Wand- und Ballenhornes auf. Am Anfang der Ferkelaufzucht wiesen 20,8% der Tiere Klauenveränderungen auf. Am Ende der Aufzucht lag der Anteil bei 51,8%. Am Schlachthof wiesen 95,6% der bonitierten Tiere mindestens eine Veränderung an den Klauen auf. Schlussfolgerungen: Hilfsschleimbeutel können an mehreren Lokalisationen zeitgleich auftreten. Eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens hinsichtlich Schmerzempfinden durch akzessorische Bursen wird aufgrund der vorliegenden Ergebnisse und der Funktion als Schutzkissen nicht vermutet. Es besteht allerdings das Risiko, dass sich diese infolge von Verletzungen zu ausgeprägten, offenen und entzündeten Bursen (Grad-3-Bursen) entwickeln. Kontakt: F.ostner@med.vetmed.uni-muenchen.de