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Moorepark (Irland)

[7] Ohrenbeißen: So reagieren Täter und Opfer Digital Plus

Neben dem Schwanzbeißen wird in vielen Beständen auch ein Anknabbern der Ohren beobachtet. Ein Team aus Wissenschaftlern des irischen Forschungsinstituts Teagasc in Moorepark und der belgischen KU Leuven haben Verhaltenskataloge von beißenden und gebissenen Schweinen entwickelt. Das Ziel der Untersuchung war, Verhaltensmuster für ein aufkommendes Beißgeschehen zu identifizieren. Auf diese Erkenntnisse aufbauend soll ein intelligentes Kamerasystem zur Überwachung entwickelt werden. Die Beobachtungsstudie wurde auf einem 300-Sauen-Betrieb in Irland bei abgesetzten Ferkeln durchgeführt. Diese wurden in 35er-Buchten gehalten. In der ersten Phase bis vier Wochen nach dem Absetzen und in der zweiten Phase der Aufzucht wurden drei Buchten ausgewählt und jeweils an

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Neben dem Schwanzbeißen wird in vielen Beständen auch ein Anknabbern der Ohren beobachtet. Ein Team aus Wissenschaftlern des irischen Forschungsinstituts Teagasc in Moorepark und der belgischen KU Leuven haben Verhaltenskataloge von beißenden und gebissenen Schweinen entwickelt. Das Ziel der Untersuchung war, Verhaltensmuster für ein aufkommendes Beißgeschehen zu identifizieren. Auf diese Erkenntnisse aufbauend soll ein intelligentes Kamerasystem zur Überwachung entwickelt werden. Die Beobachtungsstudie wurde auf einem 300-Sauen-Betrieb in Irland bei abgesetzten Ferkeln durchgeführt. Diese wurden in 35er-Buchten gehalten. In der ersten Phase bis vier Wochen nach dem Absetzen und in der zweiten Phase der Aufzucht wurden drei Buchten ausgewählt und jeweils an einem Tag gefilmt. Die Kameras wurden in 2 m Höhe über den Buchten installiert. Für die Analyse wurden 2,2 Stunden Videoaufzeichnungen pro Tag mit der höchsten Aktivität ausgewählt. Hier die Ergebnisse: Die Forscher identifizierten sechs Verhaltensweisen, u.a. Kauen (215 Fälle), schnelles Beißen (138 Fälle), Ohrziehen (97 Fälle), Kopfschlagen (11 Fälle) und sanfte Manipulation ohne Lautäußerung (129 Fälle, s. Übersicht). In 93 Fällen blieb es beim Versuch des Ohrenbeißens, da sich das potenzielle Opfer wegbewegte. Wenn das beobachtete Verhalten nicht sicher zuzuordnen war, wurde es als zweifelhaft eingestuft (27 Fälle). Genauso wichtig ist das Verhalten der Opfertiere. Hier wurden insgesamt sieben Verhaltensweisen identifiziert. Im Einzelnen waren das ein Zurückbeißen (40 Fälle), Kopfstoßen (209 Fälle), Kopfschlagen (225 Fälle) sowei Zurückweichen (156 Fälle). Darüber hinaus analysierten die Forscher das Stimmverhalten. Sie unterschieden zwischen lautem Schmerzschrei (74 Fälle), Rufe in mittlerer Lautstärke (166 Fälle) und kurzes Quieken (125 Fälle). Während der ersten Aufzuchtphase wurden insgesamt 500, bei älteren Ferkeln 210 Interaktionen identifiziert. Von den 500 Wechselwirkungen im ersten Abschnitt wurden 316 (63,2%) als Ohrbeißen klassifiziert. Im Verlauf der zweiten Aufzuchtphase waren es 145 von 210 Interaktionen (69,1%). Resümee: Sechs Arten von Verhaltensweisen wurden für das Täterschwein identifiziert. Für das gebissene Tier wurden vier Verhaltensmuster und drei stimmliche Antworten festgelegt. Die Ergebnisse deuten an, dass die Entwicklung eines videogestützten Überwachungssystems gegen Ohrenbeißen möglich ist. Das Ziel ist, eine Eskalation zu vermeiden. Kontakt: laura.boyle@teagasc.ie