ASP-Fälle gehen zurück

In der EU wurden 2022 gut 7.700 ASP-Virusnachweise gemeldet.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist zwar inzwischen in 15 Ländern der Europäischen Union ausgebrochen. In Summe wurden aber im vergangenen Jahr weniger ASP-Fälle gemeldet als noch im Vorjahr. Das geht aus Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf Basis des europäischen Tierseuchenmeldesystems (ADNS) hervor. So gab es im Staatenbündnis zuzüglich Serbiens, Moldawiens, Nordmazedoniens und der Ukraine insgesamt 7.760 ASP-Virusnachweise; das waren 6.215 oder 44,5 % weniger als im Jahr zuvor. Hierbei sank die Zahl der infizierten Hausschweinebestände um über 70 % auf 533 Haltungen; bei Wildschweinen war ein Rückgang von 40 % auf 7.227 Ausbrüche zu verzeichnen.

Negativ muss indes gewertet werden, dass die Tierseuche mit Italien, Tschechien und Nordmazedonien in drei weiteren Ländern neu auftrat. Insgesamt waren 15 europäische Staaten von der ASP betroffen. Erneut die meisten ASP-Fälle wurden mit 2 108 aus Polen gemeldet; das waren allerdings gut ein Drittel weniger als 2021. Hierbei sank die Zahl der infizierten Hausschweinehaltungen binnen Jahresfrist von 124 auf 14. Auf Rang zwei der meist betroffenen Staaten lag Deutschland mit 1.595 ASP-Nachweisen; das bedeutete ein Minus von 1.124 Fällen oder gut 41 % gegenüber dem Vorjahr. Fast zwei Drittel aller Virusfunde fanden bei Wildschweinen in Sachsen statt, dahinter folgte Brandenburg mit 533 Nachweisen.

Die im vergangenen Jahr in drei Nutzschweinebeständen festgestellten Ausbrüche erfolgten in Brandenburg, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Werden nur Hausschweinebestände betrachtet, dann waren die rumänischen Halter mit 327 ASP-Ausbrüchen im europäischen Vergleich am stärksten betroffen. Ein Jahr zuvor waren es allerdings noch 1.660 beziehungsweise fünfmal so viele gewesen. Dahinter folgt Serbien mit Viruseinträgen in 107 Haltungen. In acht der 15 Länder mit ASP hat 2022 die Gesamtzahl der Fälle abgenommen, besonders deutlich in Ungarn mit mehr als 78 % auf 551 sowie in Rumänien mit 71 % auf 775 Nachweise. Dagegen verzeichneten Lettland und Litauen sowohl Zuwächse bei Infektionen von Wild- als auch bei Hausschweinen. In fünf weiteren Staaten kam es zu vermehrten oder erstmaligen Feststellungen dieser Tierseuche. So belief sich in Italien die Zahl der erstmals 2022 festgestellten ASP-Fälle auf 269, wobei Sardinien nicht enthalten ist. Ein Schweinebetrieb auf dem Festland war dabei von einem Ausbruch betroffen.