China: Aufschwung oder neue ASP-Krise?

Peking spricht von einer flotten Bestandserholung. Inoffizielle Quellen berichten von schweren ASP-Ausbrüchen.

In China soll der Schweinebestand im Januar weiter gewachsen sein. Wie das Landwirtschaftsministerium in Peking kürzlich mitteilte, nahm die Zahl der Sauen gegenüber Dezember um 1,1 % zu und lag damit um 35 % über dem Vorjahresniveau. Das sei der sechszehnte Monat in Folge mit einem Zuwachs gewesen. Der Bestand an anderen Schweinen hat dem Ministerium zufolge im Vergleich zum Vormonat um 2,1 % zugelegt und damit den Umfang von Januar 2020 ebenfalls um 35 % übertroffen. Im Dezember bezifferte das Agrarressort die Sauenherde auf 41,61 Millionen Tiere, den anderen Bestand auf 406,5 Millionen Stück. Das Ministerium erwartet, dass die Schlachtungen von Schweinen im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa 40 % zunehmen und in der zweiten Jahreshälfte wieder das Niveau von 2017, also das vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP), erreichen werden. Die bessere Angebotssituation soll zu sinkenden Schweinefleischpreisen führen. Unabhängigen, aber auch nicht überprüfbaren Berichten zufolge soll der Sauenbestand im Januar jedoch zum ersten Mal gesunken sein, da die Schlachtungen aufgrund von Ausbrüchen der ASP und geringer Produktivität zugenommen hätten. Auch soll sich der Anteil von Schweinen mit geringen Gewichten bei der Schlachtung merklich erhöht haben. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass bis zu 15 % der nationalen Schweineherde im harten Winter durch Krankheiten verlorengegangen sein könnten. Marktbeobachter führten das auch auf das 2020 erlassene Verbot von Antibiotika in Futtermitteln zurück, was die Schweine bei kaltem Wetter anfälliger für Durchfall und Atemwegserkrankungen gemacht habe. Andere Experten schätzen, dass 20 % der Sauen in Nordchina von neuen Varianten der ASP betroffen sind. Diese verläuft milder und weniger tödlich, ist deshalb aber schwerer zu erkennen und führt zu Produktivitätseinbußen. Eine Studie des Harbin Veterinary Research Institute hatte kürzlich die Existenz neuer Virusformen der ASP bestätigt. Dabei wurden in Stichproben aus sieben Provinzen in der zweiten Jahreshälfte 2020 neue Mutationen der ASP nachgewiesen. Dem global agierenden Zuchtunternehmen Genesus zufolge gibt es inoffizielle Berichte über wiederkehrende ASP-Ausbrüche und Probleme im Zusammenhang mit einem experimentellen Impfstoff. Die gesundheitlichen Probleme im Schweinebestand könnten die Erholung der chinesischen Schweineproduktion bremsen. AgE