Seuchen-Update: ASP sprengt Sperrzonen auf

Das BMEL bestätigt ein infiziertes Wildschwein rund 60 km außerhalb der Sperrzonen.

Nachdem es in den vergangenen Wochen etwas ruhiger um das ASP-Geschehen in den ostdeutschen Wildschweinebeständen geworden war und sich die bestätigten Fälle auf die Sperrzonen beschränkten, hat die Seuche nun einen großen Sprung gemacht. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heute (14.10.) in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat sich der ASP-Verdacht bei einem Wildschwein im sächsischen Landkreis Meißen bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut als nationales Referenzlabor hat die Tierseuche in der entsprechenden Probe nachgewiesen.

Der neue Fundort ist im Kampf gegen die Ausbreitung der Seuche ein echter Tiefschlag. Der Landkreis Meißen liegt in der Nähe der A13 bei Radeburg und damit circa 60 Kilometer außerhalb der bisher bestehenden Sperrzonen. Das Tier war nach Angaben des BMEL im Rahmen der erweiterten Monitoringmaßnahmen erlegt worden, bei denen gesund erlegte Wildschweine auch westlich der bisherigen Zonen untersucht werden. Sachsen muss nun auch hier die entsprechenden Schutzzonen und weitere Schutzmaßnahmen ergreifen, um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern, so das Ministerium.

Dass die ASP ein Sprung von 60 km gemacht, wirft bei den Seuchenexperten Fragen nach der Infektionskette auf. Wildschweine, insbesondere erkrankte Tiere, werden als standorttreu bezeichnet und der durchschnittliche Aktivitätsradius für einen Großteil der Population wird auf circa 4 km beziffert.


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