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Gießen - [3] MRSA: Wie gefährlich ist die Stallvariante? Digital Plus

MRSA-Keime sind unempfindlich gegen eine Reihe gebräuchlicher Antibiotika. Dabei gibt es Unterschiede, ob diese in Krankenhäusern (HA-MRSA) oder in Ställen (LA-MRSA) auftreten. An der tierärztlichen Universität Gießen wurden die Antibiotika-Resistenzen von HA- und LA-MRSA verglichen. Zu diesem Zweck wurden auf 27 Schweinebetrieben Proben von Schweinen, den betreuenden Menschen sowie aus deren Umgebung gesammelt. Gleichzeitig wurden MSRA-Isolate von Patienten des Heidelberger Uni-Klinikums einbezogen. Die wesentlichen Ergebnisse: MRSA-Keime wurden in 85 % der untersuchten Betriebe nachgewiesen. Insgesamt waren 50 % der Tierproben,

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MRSA-Keime sind unempfindlich gegen eine Reihe gebräuchlicher Antibiotika. Dabei gibt es Unterschiede, ob diese in Krankenhäusern (HA-MRSA) oder in Ställen (LA-MRSA) auftreten. An der tierärztlichen Universität Gießen wurden die Antibiotika-Resistenzen von HA- und LA-MRSA verglichen. Zu diesem Zweck wurden auf 27 Schweinebetrieben Proben von Schweinen, den betreuenden Menschen sowie aus deren Umgebung gesammelt. Gleichzeitig wurden MSRA-Isolate von Patienten des Heidelberger Uni-Klinikums einbezogen. Die wesentlichen Ergebnisse: MRSA-Keime wurden in 85 % der untersuchten Betriebe nachgewiesen. Insgesamt waren 50 % der Tierproben, 57 % der Umgebungsproben und 60 % der Personen mit Schweinekontakt MRSA-positiv. Am stärksten von MRSA besiedelt waren Mastschweine. Die niedrigste MRSA-Prävalenz wiesen Sauen auf. Die Genotypisierung der Isolate aus dem Schweinesektor ergab stets den LA-MRSA CC 398 und in keinem Fall HA-MRSA. In der Gruppe der Krankenhauspatienten dominierten die HA-MRSA; es traten gelegentlich LA-MRSA auf. Dies belegt den möglichen Eintrag von LA-MRSA in Krankenhäuser. Die MRSA-Isolate vom Schwein waren durch 100 % Tetrazyklin-, 50 % Trimethoprim- und 20 % Aminoglycosid-Resistenz gekennzeichnet. Es ließen sich jedoch keine Resistenzen gegen die nur beim Menschen zugelassenen Antibiotika Mupirocin, Tigecyclin, Rifampicin, Teicoplanin und Vancomycin nachweisen. Bei HA-MRSA waren die Antibiotika-Resistenzen relativ breit verteilt. Die Isolate wiesen mit 81 % eine stark ausgeprägte Fluorchinolon-Resistenz (Gyrasehemmer) auf. Hinzu kommt eine mit über 70 % Verbreitung deutliche Makrolid/Lincosamid-Resistenz. Eine Resistenz gegen den als Reserve-Antibiotika klassifizierten Wirkstoff Mupirocin konnte bis auf eine Ausnahme bei einem Krankenhauspatienten in beiden Gruppen nicht nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: MRSA von Menschen und Schweinen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich der Antibiotika-Resistenzen. Obwohl Einträge von LA-MRSA aus dem Schweinereservoir in das Krankenhaus nachgewiesen werden konnten, zeigt die Resistenzlage der HA-MRSA, dass die LA-MRSA hierauf keinen Einfluss haben.