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Hannover - [1] Antibiotika: Faktor „Mensch“ zählt Digital Plus

Welchen Einfluss hat der Landwirt mit seinen Eigenschaften und Fähigkeiten auf die Höhe des Antibiotika-Einsatzes in der Mast? In einer Dissertation an der TiHo Hannover ist man dieser Frage nachgegangen. Auf der Grundlage des QS-Antibiotikamonitorings wurden 15 Mastbetriebe mit einem sehr niedrigen Therapie-Index von unter 5 sowie 15 Betriebe mit einem Therapie-Index von über 20 ausgewählt. Zum einen wurden die Betriebsstrukturen und -charakteristika, Hygiene, Tiergesundheit und Leistungen erfasst. Zum anderen ging es um Punkte wie Tierbeobachtung, Reaktionsschwelle, Belastbarkeit, Sorgfalt, Ängstlichkeit, B

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Welchen Einfluss hat der Landwirt mit seinen Eigenschaften und Fähigkeiten auf die Höhe des Antibiotika-Einsatzes in der Mast? In einer Dissertation an der TiHo Hannover ist man dieser Frage nachgegangen. Auf der Grundlage des QS-Antibiotikamonitorings wurden 15 Mastbetriebe mit einem sehr niedrigen Therapie-Index von unter 5 sowie 15 Betriebe mit einem Therapie-Index von über 20 ausgewählt. Zum einen wurden die Betriebsstrukturen und -charakteristika, Hygiene, Tiergesundheit und Leistungen erfasst. Zum anderen ging es um Punkte wie Tierbeobachtung, Reaktionsschwelle, Belastbarkeit, Sorgfalt, Ängstlichkeit, Beratungsoffenheit, Festhalten an alten Strukturen, Motivation und private Faktoren, die den Betrieb negativ beeinflussen . Jedes einzelne „Soft Skill“ wurde mit Punkten von 1 (positiv) bis 5 (negativ) belegt. Daraus ergab sich eine Gesamtzahl von mindestens 9 und eine maximale Bewertung von 45 Punkten. Die wichtigsten Ergebnisse: Es sind keine eindeutigen Zusammenhänge zwischen der Höhe des Therapie-Index und der Bewertung der Hygiene, der Tiergesundheit sowie der erreichten Mastleistungen (Zunahme, Verluste) zu erkennen. Betriebe, die ihre Ferkel aus mehr als einer Herkunft beziehen, hatten allesamt einen hohen Therapie-Index. Es gibt unvorhergesehene Umstände, die den Therapie-Index plötzlich steigen lassen. Deshalb muss der Antibiotika-Einsatz über eine längere Phase betrachtet werden. Der Landwirt selbst mit seinen Eigenschaften und Fähigkeiten bestimmt den Antibiotika-Verbrauch in hohem Maße (siehe Übersicht). So gelingt es einigen Betrieben, durch „positiv einzuschätzende Soft Skills“ den Antibiotika-Einsatz so gering wie möglich zu halten. Schlussfolgerungen: Die Mäster sollten Ferkel einer Herkunft beziehen. Darüber hinaus hilft nur eine sach­liche Analyse sowie anschließende Beratung zu den betriebsindividuellen Optimierungsmöglichkeiten, den Antibiotika-Einsatz schrittweise zu minimieren. Dabei sind auch die persönlichen Eigenschaften und Fähig­keiten des Schweinehalters zu berücksichtigen.