ISN kritisiert Haltungskennzeichnung

Der Entwurf der staatlichen Haltungskennzeichnung hat laut ISN zu viele Schlupflöcher.

Im nächsten Jahr will das Bundesagrarministerium die verpflichtende Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch einführen. Den Gesetzentwurf für das fünfstufige Label hat Berlin im Juni präsentiert. Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) hat jetzt berichtet, wie das Label optisch aussehen soll. Laut Entwurf soll es ein schlichtes Rechteck werden. Auf dessen rechten Seite ist ein QR-Code abgebildet, über den weitere Informationen abrufbar sind. Auf der linken Seite des Labels stehen die fünf Stufen von Bio, Auslauf/Freiland, Frischluftstall, Stall+Platz bis zu Stall. Das Feld daneben ist bei der entsprechenden Haltungsform schwarz unterlegt.
Für verarbeitete Ware wie Hackfleisch oder Gulasch aus unterschiedlichen Haltungsformen kommt hat die Bundesregierung ebenfalls eine Lösung. Hier soll im Feld neben den Stufen jeweils der Anteil der Haltungsform als Prozentzahl dargestellt werden.
Die ISN- Interessengemeinschaft kritisiert das staatliche Label als abgespeckte Light-Version, die zentrale Bereiche wie den Außer-Haus-Verzehr ausspart. Denn die Haltungskennzeichnung soll nur für die Absatzwege und Fleischprodukte verpflichtend werden, die mit wenigen Ausnahmen bereits über die Haltungsform des Lebensmittelhandels gekennzeichnet sind. Die Schlupflöcher, die Großhandel, Außer-Haus-Verzehr, Verarbeitungsprodukte und auch Importware über zu lange Zeit gewährt werden, unterwandern die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Schweinehalter, moniert die ISN.