Italien und Österreich fahren Bestände runter​ ​ ​

Mit 2,63 Mio. Stück ist Österreich auf den niedrigsten Bestand seit der Jahrtausendwende gefallen.

Auch bei den Schweinehaltern in Italien und Österreich gab es in diesem Frühjahr weniger Tiere auf den Höfen als ein Jahr zuvor. Nach Deutschland, Dänemark und den Niederlanden sind damit die Bestände in zwei weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesunken, und es dürften noch weitere Länder hinzukommen. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hat sich der italienische Schweinebestand gegenüber Mai 2021 um 187 900 Tiere oder 2,1 % auf 8,77 Mio. Stück verringert. Noch stärker war die relative Abnahme in Österreich mit 3,7 % auf 2,63 Mio. Tiere. Das war dort der geringste Bestand in diesem Jahrtausend.

Überdurchschnittlich fiel gemessen am Gesamtbestand in beiden Ländern der Rückgang bei den Sauen aus, nämlich mit 2,2 % in Italien und 4,5 % in Österreich. Am stärksten war hier das Minus bei den erstmals belegten Jungsauen, das sich in Italien im Vorjahresvergleich auf 8,1 % und in der Alpenrepublik auf 6,3 % belief. Die schwierige wirtschaftliche Lage mit hohen Produktionskosten und Zweifeln am Wiederanstieg der Ferkelpreise haben die Erzeuger offensichtlich veranlasst, deutlich weniger Jungsauen einzustallen und zu belegen. Der Bestand an tragenden Muttertieren insgesamt nahm in Italien um 2,3 % auf 474 000 ab; in Österreich sank die Zahl der belegten Sauen um 4,2 % auf 152 100 Tiere.

Der Rückgang der Sauenhaltung dürfte die zukünftige Schweineproduktion in beiden Ländern weiter abnehmen lassen, zumal laut Frühjahrszählung auch weniger Ferkel vorhanden waren, die jetzt die Schlachtreife erlangt hätten. Im ersten Halbjahr 2022 war das Schlachtschweineaufkommen in den zwei Mitgliedstaaten bereits rückläufig. In Italien kamen rund 5,24 Mio. Tiere an die Haken; das waren gut 157 000 Stück beziehungsweise 2,9 % weniger als in den ersten sechs Monaten von 2021. Noch deutlicher ging das Angebot in Österreich mit einem Minus von 3,6 % auf 2,47 Mio. geschlachteter Schweine zurück. Weil die Tiere angesichts hoher Futterkosten zudem mit weniger Gewicht an die Schlachtstätten geliefert wurden, nahm die Schweinefleischerzeugung in Italien um 3,6 % und in Österreich um 4,3 % und damit noch etwas stärker ab.