Miserables Wirtschaftsjahr 2020/21 für Schweinehalter

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2020/21 brachte den Schweinehaltern herbe Einkommensverluste.

Einen existenzbedrohenden Einbruch der Einkommen hatten die Veredlungsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21 zu beklagen. Das berichtet der Verband der Landwirtschaftskammern in seiner Auswertung der ökonomischen Entwicklung landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetriebe, die auf den ersten Buchführungsergebnissen basieren.

Demnach rangierten die Schweinehalter in Nordrhein-Westfalen mit einem Gewinn in Höhe von 24.000 € je Betrieb auf der untersten Ebene der Skala der Haupterwerbsbetriebe. Mit 28.000 € Gewinn schnitt die Schweineproduktion in Niedersachsen allerdings kaum besser ab. Nicht einmal 30 % der eingesetzten Faktoren Arbeit, Boden und Kapital konnten damit noch vergütet werden.

Ursächlich dafür ist das niedrigste Preisniveau für Schlachtschweine seit 15 Jahren sowie Ferkelpreise auf Rekordtief. Über das Wirtschaftsjahr gesehen mussten die Schweinemäster um ein Viertel gesunkene Preise je Mastschwein zwischen 130 bis 137 € hinnehmen. Die Ferkelerzeuger in NRW und Niedersachsen mussten einen Preiseinbruch von 36 % verkraften. Ferkel wurden durchschnittlich zwischen 39 € (NRW) und 54 € (Rheinland-Pfalz) je Stück vermarktet.

Auch im laufenden Wirtschaftsjahr stellt die Einkommenssituation in den landwirtschaftlichen Betrieben die bäuerlichen Familien vor eine weitere große Herausforderung, so die Autoren in der Auswertung. Der noch nicht absehbare Verlauf der Pandemie sowie das zeitgleiche Auftreten der Afrikanischen Schweinepest sorgen für übergreifend schlechte Rahmenbedingungen bei fehlenden Perspektiven im Bereich der Landwirtschaft.