Brandenburgs Schweinehalter kritisieren Stigmatisierung

Nach dem ersten ASP-Fall im Spree-Neiße-Kreis wollen mehrere Schlachthöfe keine Schweine aus Brandenburg abnehmen.

Die Brandenburger Schweinehalter haben nach dem deutschlandweit ersten ASP-Fall im Spree-Neiße-Kreis nach Einschätzung ihrer Interessenvertretung mit einer öffentlichen Diffamierung zu kämpfen. "Es ist derzeit eine Stigmatisierung der Brandenburger Landwirte im Gange, dass die Schlachthöfe keine Schweine mehr schlachten wollen aus Brandenburg", sagte Hans-Christian Daniels, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Schweinezucht (IGS) Brandenburg der Deutschen-Presse-Agentur. Er forderte die Politik auf, das sofort abzuändern.

Es gebe einige schweinehaltende Betriebe im gefährdeten Gebiet, die entsprechende Auflagen zu erfüllen hätten. Die Vorgehensweise richte sich nach den Vorgaben der nationalen Schweinepest-Verordnung. Um den Fundort werde ein Kerngebiet (3 km), eine Gefährdungszone (15 km) und eine Pufferzone (30 km) gebildet, aus dem heraus Ausfuhren vorerst nicht erlaubt seien. Selbst für diese Betriebe sehe die Schweinepestverordnung Ausnahmen vor, sofern sie bestimmte Untersuchungsergebnisse vorweisen können.

Außerhalb der Gefährdungszonen ist das Risiko für das Einschleppen der Schweinepest in professionell geführten Betrieben gering, wenn die Bio-Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Dazu gehörten unter anderem separate Arbeitskleidung, UV-Schleusen und die Einzäunung der Anlagen. Die Veterinärämter sollten sich vor allem intensiv um die kleineren Betriebe kümmern, rät Daniels.


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