China: Bestand wieder bei 80 % des Vorkrisenniveaus

Nach Angaben des Pekinger Landwirtschaftsministeriums haben speziell die Großunternehmen ihre Bestände wieder massiv aufgestockt.

Die Volksrepublik China hat in den ersten drei Quartalen dieses Jahres eine Rekordmenge von 7,41 Mio. t Fleisch einschließlich Nebenerzeugnissen eingeführt und dafür umgerechnet 19,65 Mrd € bezahlt. Nach vorläufigen Angaben der allgemeinen Zollverwaltung stieg die Importmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich, nämlich um 3,11 Mio. t oder 72,1 %; die Einfuhrausgaben erhöhten sich um8,9 Mrd. € beziehungsweise um 82,6 %. Nach den Produktionsausfällen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) im eigenen Land war bei den chinesischen Importeuren in den vergangene Monaten Schweinefleisch besonders begehrt; die entsprechende Bezugsmenge ohne Nebenerzeugnisse schoss gegenüber den ersten drei Quartalen 2019 um 132,2 % auf 3,29 Mio. t nach oben.

Zudem haben die wachsenden Tierbestände im eigenen Land, vor allem bei Schweinen, den Bedarf der Volksrepublik auch an Soja für die Futtermittelherstellung vergrößert. Die Einfuhr dieses Produkts nahm von Januar bis September 2020 im Vorjahresvergleich um 15,5 % auf 74,5 Mio. t zu. Nach Angaben des chinesischen Landwirtschaftsministeriums sind der Schweinebestand und auch die Zuchtsauenherde in den vergangenen Monaten kontinuierlich aufgestockt worden; es werde mittlerweile wieder ein Umfang von 80 % der „normalen Jahre“ erreicht. Analysten zufolge haben die zwölf größten börsennotierten Unternehmen mit Schweinen im September 5,7 Millionen Tiere verkauft, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 87 % entsprach. Das wachsende Schweineangebot - in Kombination mit den hohen Schweinefleischimporten - macht sich seit drei Monaten auch in fallenden Erzeugerpreisen bemerkbar. Von Mitte Juli bis Mitte Oktober ist der durchschnittliche Schlachtschweinepreis - bezogen auf das Lebendgewicht - landesweit um 22 % auf umgerechnet 3,73 € gesunken. Erstmals seit Anfang Juni wurde damit wieder die Schwelle von 30 CNY/kg bzw. 3,77 € unterschritten. Bei den Ferkelpreisen ist dagegen allenfalls eine leichte Abschwächung festzustellen. AgE