China: Bestandsaufbau ausgebremst

Zuletzt gingen die Bestandszahlen wegen der schlechten Preise wieder zurück.

Der auch staatlich angetriebene Wiederaufbau der chinesischen Schweinehaltung scheint ein jähes Ende gefunden zu haben. Denn dem Nationalen Statistikbüro in Peking zufolge nahm die Schweinefleischerzeugung von Januar bis September 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 38 % auf 39,17 Mio. t zu. Und auch der Schweinebestand lag Ende September mit 437,64 Mio. Tieren mehr als 18 % über dem Vorjahreswert. Im Vergleich mit Ende Juni ist allerdings erstmals wieder ein leichter Bestandsrückgang festzustellen, und zwar um 1,5 Mio. Stück oder 0,3 %. Gleiches galt für die Sauenherde, die mit 44,59 Mio. Tieren zwar um 16,7 % über dem Vorjahresniveau lag, gegenüber Juni aber um 1,1 Mio. Stück bzw. 2,3 % sank.

Neben dem Wiederaufbau der Bestände nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) führten zuletzt die tief gefallenen Erzeugerpreise zu einer verstärkten Herdenliquidation und die Schlachtzahlen stiegen. So lag der Ferkelpreis offiziellen Zahlen zufolge zuletzt bei umgerechnet rund 41 € für ein 20 kg-Tier. Vor zwölf Monaten wurden hier noch Rekordpreise von mehr als 260 € je Ferkel aufgerufen. Die Erzeugerpreise für Mastschweine brachen vom Jahresbeginn bis Anfang Oktober um gut 70 % auf 1,36 €/kg Lebendgewicht (LG) ein. Mittlerweile ist hier zwar wieder ein Preisniveau von 1,86 Euro/kg LG erreicht. Aufgrund der hohen Futterkosten wird damit aber noch lange nicht eine Kostendeckung erzielt.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat diese Marktentwicklung in China aufgegriffen und prognostiziert mittlerweile, dass nach einem Anstieg der chinesischen Schweinefleischerzeugung in diesem Jahr um 27 % auf 46,0 Mio. t die Produktion im kommenden Jahr um rund 5 % auf 43,75 Mio. t sinken wird. Dies soll dann auch zu einem Anstieg der Importe gegenüber 2021 um gut 5 % auf 4,75 Mio. t Schweinefleisch führen; dies wäre das zweithöchste Niveau in der Geschichte.

Vor dem Hintergrund auskömmlicher Preise und einer stabil laufenden Produktion könnte der ausgebremste Bestandsaufbau auch vielleicht im Sinne des chinesischen Staatsapparates. Erst kürzlich hatte das chinesische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten nach Angaben der Onlineplattform www.3drei3.de angekündigt, dass das Land die Zielvorgabe für den Bestand an Zuchtsauen für den Zeitraum 2021-2025 auf rund 41 Mio. Tiere senken wird. Allerdings soll ein Mindestbestand von 37 Mio. Tieren gehalten werden. Dem Ministerium zufolge sei die Ferkelerzeugung gesichert, solange der Bestand an Zuchtsauen in einem vernünftigen Rahmen gehalten werde, und das Marktangebot an lebenden Schweinen und die Schweinefleischpreise könnte relativ konstant bleiben.


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