China lagert Schweinefleisch aus

Peking will den Preisanstieg bei Schweinefleisch mit aller Macht bremsen.

Ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse sowie stabile Preise am Schweinemarkt sind nach den negativen Erfahrungen mit starken Schwankungen ein vorrangiges Ziel der chinesischen Staatsführung. Aktuell ziehen die Schlachtschweinepreise jedoch wieder stärker an, so dass in den Markt eingegriffen wird. Laut den 2021 beschlossenen Stabilisierungsmaßnahmen dürfte aufgrund des voraussichtlichen Anstiegs der Schweinefleischpreise im September um mehr als 30 % gegenüber dem Vorjahresniveau bald offiziell die zweite von insgesamt drei Warnstufen wegen der Teuerung ausgerufen werden.

Nach Angaben des Statistikamtes in China lagen die Verbraucherpreise für Schweinefleisch im August bereits um 22,4 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Um den Preisaufrieb zu bremsen und die im Herbst anziehende Nachfrage zu bedienen, hat die Entwicklungs- und Reformkommission bereits die Freigabe von Schweinefleisch aus der staatlichen Zentralreserve veranlasst, das im Frühjahr zur Stabilisierung der Preise eingelagert wurde. In der ersten Septemberwoche kamen 37.700 t auf den Markt, nun sollten mehrere zehntausend Tonnen hinzukommen.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seiner jüngsten Marktanalyse davon aus, dass sich die chinesische Schweinefleischerzeugung bei zunehmenden Beständen in diesem Jahr auf rund 51,0 Mio. t belaufen und damit um 3,5 Mio. t oder gut 7 % größer als 2021 ausfallen wird. Für 2023 wird ein weiterer Anstieg um 1 Mio. t auf 52 Mio. t erwartet. Die Nachfrage für Schweinefleisch leidet in diesem Jahr den US-Analysten zufolge unter den strengen Corona-Maßnahmen mit Lockdowns, der Inflation sowie dem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum. AgE