China startet Handel mit Schweinekontrakten

Durch den Handel mit Terminkontrakten für Lebendschweine soll sich der sehr volatile Markt etwas beruhigen.

­­­­­­­­In China können ab dem 8. Januar 2021 erstmals Terminkontrakte für Lebendschweine an der Dalian Commodity Exchange (DCE) gehandelt werden. Das hat die zuständige Wertpapieraufsichtsbehörde (CSRC) mitgeteilt. Die Kontraktspezifikationen und die Geschäftsregeln hat die DCE Mitte Dezember final beschlossen.

Im Unterschied zum amerikanischen Terminmarkt Chicago Mercantile Exchange (CME) müssen die Schweinekontrakte an der chinesischen DCE physisch beliefert werden. Hierfür wurden der Börse zufolge Lieferqualitätsstandards festgelegt, die sich an den Merkmalen typischer Schweinerassen und den Spotmarktgewohnheiten orientieren. Dadurch sollen Lieferstreitigkeiten auf ein Mindestmaß reduziert werden. Nach dem letzten Handelstag eines Kontrakts liefern den Regularien zufolge alle Inhaber eines offenen Schweinekontrakts einmalig die entsprechende Tierzahl, wobei der Abrechnungspreis dem gewichteten mittleren Transaktionspreis der letzten zehn Handelstage des Futures entspricht.

Die Diskussionen um die Einführung von Terminkontrakten in China haben zuletzt durch die sehr starken Preisschwankungen Fahrt aufgenommen, die durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ausgelöst wurden. Laut DCE erhoffen sich die Marktteilnehmer von dem Futurehandel klare Preissignale und eine finanzielle Risikoabsicherung beziehungsweise eine Glättung der Volatilitäten. Zudem könnten Fleischhersteller durch die physische Anlieferung mehr kurzfristige Rohstoffsicherheit gewinnen. Die Terminbörse der DCE in der nordöstlichen Hafenstadt Dalian existiert bereits seit 1993 und ist nach Angaben der Betreiber der weltweit größte Futuremarkt für Rohstoffe und Agrargüter.