Chinas Schweinepreis stürzt 60 % ab

Nach einer langen Hochpreisphase geraten Chinas Schweinehalter jetzt zunehmend in die Verlustzone.

Seit Anfang des Jahres 2019 gingen die schweinepreise in China steil bergauf. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der damit einhergehende drastische Abbau der heimischen Bestände sorgten für eine deutliche Verknappung des Lebendangebotes. In der Spitze schnellten die Erzeugerpreise für Schlachtschweine auf umgerechnet mehr als 6 €/kg SG hoch. Insbesondere die großen und gut aufgestellten Schweinefarmen konnten hohe Gewinne einstreichen. Doch seit Anfang dieses Jahres wendet sich das Blatt zusehends. Innerhalb der letzten sechs Monate sind die Schweinepreise in der Volksrepublik um mehr als 60 % abgestürzt. Die staatlich eingeleitete Auslagerung großer Mengen Schweinefleisch aus den Reserven führte kurzfristig zu einem stark ansteigenden Angebot. Gleichzeitig konnten insbesondere die Großbetriebe ihre Kapazitäten hochschrauben bzw. mit dem Wiederaufbau nach der ASP beginnen. Aktuell bewegen sich die Schweinepreise bei einem Niveau um 2,40 € pro Kilogramm Schlachtgewicht. Verglichen mit Europa ist das ein hoher Preis. Allerdings müssen die chinesischen Erzeuger in den letzten Monaten einen drastischen Anstieg der Futterkosten hinnehmen. Außerdem haben viele Mäster noch sehr teure Ferkel im Stall. Noch im März kosteten Mastferkel ASP-bedingt rund 200 € pro Stück. Viele Schweineanlagen in China sind daher aktuell in die Verlustzone gerutscht.
Ungeachtet der Preisentwicklung bleiben Chinas Schweinefleischimporte auf hohem Niveau. Im letzten Jahr schwanken die Einfuhren zwischen 400.000 t und 550.000 t Schweinefleisch pro Monat. Experten erwarten, dass sich die Schweinefleischeinfuhren der Volksrepublik auch in der zweiten Jahreshälfte auf hohem Niveau halten. Die rekordeinfuhren des vergangenen Jahres werden wohl nicht erreicht.