Corona-Nothilfen für Schweinehalter?

Die Agrarminister der Länder beraten heute über Corona-Nothilfen für die Branche.

Die akute Notlage, in der sich die deutschen Schweinehalter aufgrund der Corona-Pandemie und dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) befinden, wird heute Thema auf einem digitalen Krisengipfel des Bundeslandwirtschaftsministeriums und den Agrarministern der Länder sein. Unter anderem soll über Corona-Nothilfen für die unverschuldet in Not geratenen Schweinebetriebe, aber auch über marktstützende Maßnahmen, wie eine Förderung der Privaten Lagerhaltung (PLH) diskutiert werden.

Während die ISN schon länger schnelle und unbürokratische Corona-Nothilfen analog zu anderen Wirtschaftsbereichen fordert, ist man von einem Anschieben der PLH nicht überzeugt. „Eine Förderung der PLH ist nicht sinnvoll, weil diese zu keiner schnellen finanziellen Entlastung der Schweinehalter führt – im Gegenteil, Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass die PLH eine Markterholung sogar verzögert“, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Er will den Fokus darauf lenken, den Schweinestau zu lösen. Dafür müssen seiner Einschätzung nach, die Maßnahmen in den Bundesländern weiter verzahnt werden und einheitlich zur Anwendung kommen.

Wie groß der Druck am Markt ist, machte in der vergangenen Woche die deutliche Korrektur der VEZG-Notierung deutlich. Hier ging es von 1,27 €/Idx, um 8 Cent runter auf nun 1,19 €/Idx. In diesem Abwärtsstrudel wurde auch die Ferkelnotierung reingezogen. Die NW-Notierung erhielt ebenfalls eine Abwertung und liegt jetzt bei 22 € für ein 25 kg-Ferkel.

In dieser Woche stabilisierte sich der Markt auf diesem Niveau. Zumal es auch leicht zuversichtlich stimmende Meldungen gab. So haben einige Landesbehörden signalisiert den Schlachthöfen bezüglich Feiertags- und Wochenendarbeit entgegenzukommen. Zudem ist ein dänischen Schlachtstandort von Danish Crown wieder für den China-Export zugelassen worden und ähnliches bahnt sich auch für den Standort in Horsens an.