Deutsche Fleischexporte weiter rückläufig

Drastisch sinkende Schweineschlachtungen ziehen reduzierte Fleischausfuhren nach sich.

Die Versorgungsbilanz mit Schweinefleisch hat sich für Deutschland immer stärker verschoben. Auffallend ist insbesondere, dass die Bundesrepublik zumindest bei einer Gesamtbetrachtung aller Fleischprodukte vom Schwein, zunehmend größere Mengen im Ausland absetzen muss. Dies zeigen Daten, die das Thünen- Institut im Rahmen seiner Steckbriefe für die Deutsche Tierhaltung jüngst veröffentlicht hat. Die Grafik zeigt, dass die Schlachtmenge beim Schwein im Jahr 2021 rund 4,9 Millionen Tonnen betrug. Addiert man die Schweinefleischimporte, ergibt sich das Fleischaufkommen.
Die Schweinefleischproduktion hat sich, gemessen an der Schlachtmenge, in den letzten zehn Jahren um etwa 12 Prozent reduziert. Diese Menge entsprach im Jahr 2021 rund 52 Millionen geschlachteten Schweinen. In der Schlachtmenge sind allerdings auch Tiere enthalten, die zur Schlachtung lebend nach Deutschland importiert werden. Die Schweinefleischimporte liegen wie im Vorjahr bei knapp 1 Millionen Tonnen.
Der inländische Schweinefleischverbrauch ist seit 2010 rückläufig. Die Differenz zwischen Fleischaufkommen und Verbrauch muss exportiert werden. Mit der Ausdehnung dieser Lücke in den letzten zehn Jahren sind die Schweinefleischexporte stark angestiegen. Im Jahr 2021 betrug der Anteil importierter Ferkel etwa 20 Prozent und der Anteil der Schlachttierimporte rund 2 Prozent an der Gesamtzahl der Schlachtungen. Die Ferkel stammen überwiegend aus Dänemark und den Niederlanden, die Schlachttiere ebenfalls aus diesen beiden Ländern sowie aus Belgien.