Dänen schlachten mehr Schweine

Bestandsaufstockungen und sinkende Lebendexporte treiben die Schlachtzahlen hoch.

Während hierzulande die Zahl der Schweineschlachtungen deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt, ist sie in Dänemark spürbar gestiegen. Nach Angaben des dänischen Dachverbandes der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) kamen bei unserem nördlichen Nachbarn von Januar bis September 2021 insgesamt 13,74 Mio. Schweine an die Haken. Das waren rund 834.400 Schweine bzw. 6,5 % mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres.

Das „normale“ Schlachtschweineaufkommen von Tieren bis 110 kg stieg dabei um 3,5 % auf 12,82 Mio. Schweine. Einen rasanten Sprung von 75,5 % auf insgesamt 919.400 Schweine verzeichneten die Dänen hingegen bei den Tieren über 110 kg sowie bei den Sauen. Dies war vor allem auf den „Schweinestau“ zu Jahresbeginn zurückzuführen, bei dem die coronabedingt eingeschränkten Schlacht- und Zerlegekapazitäten zu höheren Schlachtgewichten und verringerten Ausfuhrmöglichkeiten geführt hatten. Mittlerweile liegen die Schlachtungen von schweren Schweinen und Sauen wieder unter dem Vorjahresniveau, bei Schlachtschweinen aber weiter darüber.

Das höhere Schlachtaufkommen in Dänemark ist aber auch den von Anfang Januar 2020 bis Juli 2021 erfolgten Bestandsaufstockungen und einem geringeren Lebendexport von Schweinen geschuldet. Die Gesamtzahl der ins Ausland verkauften Tiere nahm laut L&F gegenüber den ersten drei Quartalen 2020 um 485.200 Stück oder 4,3 % auf 10,91 Mio. Schweine ab. Insbesondere der in den Vorjahren stetig gewachsene Absatz von Ferkeln und Läufern in einem Gewichtsbereich von 15 kg bis 50 kg jenseits der Landesgrenzen war rückläufig, und zwar um 664.000 Tiere oder 6 % auf 10,32 Mio. Stück.

Zwar wurde der Export von Ferkeln unter 15 kg gegenüber der Vorjahresperiode um 80,8 % auf 384.300 Stück und bei Schlachtschweinen um 3,6 % auf fast 196.700 Stück gesteigert. Doch das konnte die Verluste bei den anderen Ferkeln nicht ausgleichen. Zudem blieb der Verkauf von Altsauen an ausländische Schlachthöfe, die meisten davon in Deutschland, von Januar bis September 2021 mit nur noch 5.040 Stück auf einem niedrigen Niveau. Von 2017 bis 2019 waren in den ersten drei Quartalen im Schnitt jeweils noch rund 25.000 Sauen ins Ausland geliefert worden.

Die in Kürze zu erwartenden Viehbestandszahlen mit Stand Oktober dürften einen Hinweis darauf geben, ob die auch in Dänemark eingebrochenen Schweinepreise den Produktionsanstieg bremsen.


Mehr zu dem Thema