EU-Schweinefleischexporte sinken um 30 %

Im ersten Quartal 2022 wurde deutlich weniger Ware an Drittlandskunden verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Laut Angaben der EU-Kommission wurden von den 27 Mitgliedstaaten - ohne Berücksichtigung des Handels mit Großbritannien - insgesamt 1,14 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittländer exportiert; das waren 459.400 t oder 28,7 % weniger als im Vorjahresquartal. Verantwortlich für das Minus war der regelrechte Einbruch der EU-Schweinefleischausfuhren in die Volksrepublik, die um 605.000 t beziehungsweise 63,1 % auf 353.300 t abnahmen. Hierbei kam es bei den Lieferungen von gefrorenen Hälften und Teilstücken zu einem Rückgang von 72,7 %, während der Absatz von Nebenerzeugnissen sich „nur“ um 36,8 % verringerte. Für April zeigen erste Daten der Zollverwaltung in Peking keine Besserung, denn die Schweinefleischeinfuhr lag weiter rund zwei Drittel unter dem Vorjahresniveau.

Mehrabsatz in anderen Ländern

Anderenorts konnten die Schweinefleischexporteure aus der Gemeinschaft jedoch spürbar mehr Ware verkaufen. So stieg der Absatz im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2021 beim zweitwichtigsten Kunden Japan um 58,6 % auf 123.900 t; dicht dahinter folgten die Philippinen mit einem Plus von 23,8 % auf 119.100 t. Relativ betrachtet noch dynamischer liefen die Geschäfte mit Südkorea und Australien, wo sich die Ausfuhrmengen auf 102.900 t beziehungsweise 50.000 t jeweils verdoppelten. Zudem kauften auch Importeure aus den USA, Taiwan oder der Elfenbeinküste mehr Ware in der EU. Die Ausfuhren nach Hongkong waren jedoch, ebenso wie nach China, stark rückläufig. Unter den TOP-10-Kunden für EU-Schweinefleisch befand sich auch die Ukraine. Im Vergleich zum ersten Quartal 2021 nahmen die Lieferungen dorthin um fast 18 % auf 24.290 t zu. Wie sich der Handel angesichts des Krieges weiter entwickeln wird, ist unklar.

Spanien Europameister, Deutschland schwächelt stark

Größter EU-Exporteur von Schweinefleisch blieb Spanien mit 417.300 t; das war allerdings rund ein Drittel weniger als im ersten Quartal 2021. Dänemark verzeichnete einen unterdurchschnittlichen Rückgang seines Drittlandsabsatzes von 19,8 % auf 218.100 t; für Deutschland wurde indes ein Minus von 43,7 % auf 75.100 t ausgewiesen. Im Rekordjahr 2020, vor dem ersten ASP-Ausbruch, hatte die in Drittländern abgesetzte Menge mit gut 280.000 t allerdings noch fast viermal so hoch gelegen. Im weiteren Jahresverlauf dürfte zudem Frankreich im Ranking der EU-Exporteure Deutschland noch überholen. AgE