Frankreich beschließt Regionalisierungs-Plan mit China

Bei einem regionalen ASP-Ausbruch dürfte Frankreich weiter Schweinefleisch nach China exportieren.

Frankreich ist es als erstem Land in der Europäischen Union gelungen mit Peking ein sogenanntes Regionalisierungsabkommen für einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) abzuschließen, wie das niederländische Agrarmagazin Boerderij meldet. Die Franzosen dürften damit weiterhin Schweinefleisch in die Volksrepublik exportieren, selbst wenn im eigenen Land ein regionaler ASP-Ausbruch zu verzeichnen wäre. Voraussetzung für die Liefererlaubnis ist, dass bei einem Seuchenausbruch nur ein geringer Teil der französischen Departements betroffen ist.
Die französische Regierung hat den Abschluss des Regionalisierungsabkommens mit China intensiv betreut. So hat der französische Präsident Emmanuel Macron das Thema Fleischexporte bereits bei seiner Chinareise im Jahr 2019 umfangreich mit den höchsten Entscheidungsträgern in Peking angesprochen. Auch in den nachfolgenden rund zweijährigen Verhandlungen mit China hat Frankreich das Thema ASP und Regionalisierung auf höchster Ministerebene mit Peking diskutiert. Neben dem hochrangigen politischen Engagement dürfte auch die Tatsache zum Erfolg beigetragen haben, dass Frankreich sich bei kritischen Themen wie beispielsweise den Menschenrechten in China bewusst zurückgehalten hat.
Deutschland steht mit Peking ebenfalls seit Jahren in puncto Regionalisierungsabkommen in Kontakt. Allerdings haben sich die Chancen für ein solches Abkommen seit dem Übertreten der ASP aus Polen nach Deutschland im Herbst 2020 drastisch verschlechtert.