GB: Not-Keulung bei 30.000 Schweinen

Personalmangel in Fleischbetrieben veranlasst Großbritannien zur Keulung gesunder Schweine.

Seit Monaten klagen Schweinehalter und Fleischverarbeiter in Großbritannien über fehlendes Personal für die Schlachtung. Bereits im November berichteten Medien, dass auf mehreren Betrieben Schweine notgeschlachtet werden mussten, weil die Abnehmer keine reguläre Aufnahme in einem Schlachtbetrieb bereitstellen konnten. Die betroffenen Schweinehalter berichten von extrem überschweren Schweinen und einem eklatanten Platzmangel in der Mast aber auch in den vorgelagerten Ferkelaufzuchtställen. Um den Tierschutz zu gewährleisten, blieb den Betrieben teilweise nur die Not-Keulung. Im Dezember stieg die Zahl der notgekeulten Schweine nun auf mehr als 30.000 Tiere, wie der Branchenverband National Pig Association (NPA) berichtet.

Der Personalmangel in den britischen Fleischbetrieben hat auch mit dem EU-Austritt Großbritanniens zu tun. So stammen rund zwei Drittel der in der Fleischbranche beschäftigten Mitarbeiter aus dem Ausland, viele aus anderen EU-Ländern. Mit dem Brexit hat sich das Arbeiten für diese Menschen in Großbritannien erheblich erschwert oder ist gar unmöglich geworden. Die Branche schätzt, dass derzeit mindestens 15.000 Mitarbeiter an den Schlacht- und Zerlegebändern fehlen. Hinzu kommt der eklatante Mangel an Kraftfahrern, der auch beim Tiertransport zu Engpässen führt. Trotz des immensen Drucks auf die britische Regierung ist derzeit keine Besserung der Situation absehbar.