Kein Erlös für Tiere aus ASP-Zone

Die ersten Schlachtabrechnungen für Schweine aus den emsländischen ASP-Zonen sind ernüchternd.

Dass Schlachtschweine aus den Restriktionszonen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schmerzliche Preisabzüge hinnehmen müssen, hat sich bereits abgezeichnet. Doch jetzt zeigen erste Schlachtabrechnungen von betroffenen emsländischen Betrieben, wie groß das Problem ist. So haben die Mäster für hre meist viel zu spät und überschwer vermarkteten Schweine jetzt eine Abrechnung mit 0 € Schlachterlös erhalten. Obendrein haben die aufnehmenden Schlachthöfe angekündigt, den betroffenen Mästern die Transportkosten für die separat abzuholenden und zu schlachtenden Schweine in Rechnung zu stellen. Die Schlachthöfe begründen das rigide Vorgehen mit den erheblichen Mehrkosten in der Schlachtung und Fleischverarbeitung sowie mit den begrenzten Absatzmöglichkeiten für das Fleisch aus den ASP-Zonen. Ob bei besseren Vermarktungsmöglichkeiten noch Hoffnung auf einen Verkaufserlös besteht, ist fraglich.
In den betroffenen ASP-Gebieten im Emsland warten inzwischen rund 35.000 schlachtreife Schweine auf ihre Abholung. Dazu ein Insider: „Die Absichtserklärungen der Schlachthöfe beziehen sich bisher nur auf die Aufnahme weniger tausend Schweine. Viel zu wenig, um auch tierschutzrelevante Probleme insbesondere an den heißen Tagen zu vermeiden!“
Bisher sind aus der Sperrzone insgesamt lediglich rund 5.000 Schweine geschlachtet worden. Um den Druck in den Ställen abzubauen und Tierschutzprobleme zu verhindern, sieht das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium eine mögliche Kostenübernahme der Lagerung des Fleisches nach der Schlachtung in Kühlhäusern vor. Aus Sicht von Fachleuten reagiert die Landesregierung hier jedoch viel zu spät und zu zaghaft.
Wie dramatisch die Situation ist, schildern verzweifelte Landwirte im NDR-Video.