Laborfleisch in alten Ställen erzeugen?​ ​ ​ ​

Das Startup „Neat“ will Tierhalter den Einstieg in die Produktion von In-Vitro-Fleisch ermöglichen.

Das Startup „Neat“ will Tierhalter in die Produktion von In-vitro-Fleisch einbinden. Vertreter des Biotech-Unternehmens stellten das Konzept kürzlich in Rahmen einer Veranstaltung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), der Schweinespezialberatung und des Netzwerks Sauenhaltung in Rendsburg vor. Ziel sei es, positive Anreize für Tierhalter zu setzen, neben der bisherigen Erzeugung etwas anzubieten, das den gesellschaftlichen Trends entspreche, erläuterten Lars Krüger und Alexander Heuer.

Das Startup verstehe sich als „Gegenentwurf“ zu einer industriellen Produktion von Fleischalternativen. Die Landwirtschaft solle die Möglichkeit erhalten, den Trend zu In-vitro-Fleisch mitzugestalten und daran teilzuhaben. Vorgesehen ist, eine Art „Plug & Play-System“ anzubieten, entweder in ehemaligen Ställen oder als Containerlösung. Aus den Stammzellen der hofeigenen Tiere soll mittels einer Nährlösung, wahrscheinlich aus proteinreichem Algenextrakt, innerhalb weniger Wochen Muskelgewebe erzeugt werden. Der Bioreaktor soll voll automatisiert laufen, damit Personalkosten größtenteils entfallen. Das so erzeugte Fleisch soll abgeholt, aufbereitet und an die verarbeitende Industrie verkauft werden. Wie anhand von zahlreichen Nachfragen aus dem Publikum deutlich wurde, ist das Konzept allerdings noch einige Jahre von der Marktreife entfernt. Viele Detailfragen werden sich erst während des geplanten Pilotprojektes klären. Für das Produkt zeichnet sich nach Angaben von Krüger aber bereits Interesse aus dem Lebensmittelsektor ab.


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