LEH: Wie ehrlich ist der Kuschel-Kurs?

Der LEH will die Landwirte mehr unterstützen. Doch die ISN mahnt vor zu großen Hoffnungen.

Land schafft Verbindung (LsV) und der Handelsverband für Lebensmittel (BVLH) haben sich vor einigen Tagen auf ein Maßnahmenpaket mit fünf gemeinsamen Zielen verständigt. Von Seiten des Handels waren Vertreter der vier LEH-Ketten Aldi, Edeka, Lidl und Rewe dabei. Der Lebensmittelhandel reagiert damit auf die lautstarken Proteste und Blockaden der Landwirte vor Supermärkten und Zentrallagern des Handels, die in den vergangenen Wochen für Aufsehen sorgten.
Die Eckpunkte des neuen Paketes:

  • Eine Ombudsstelle soll Konflikte zwischen Handel und Landwirtschaft beilegen.
  • Eine einheitliche Herkunftskennzeichnung soll Verbrauchern mehr Durchblick verschaffen.
  • Die Werbung für deutsche Lebensmittel soll verstärkt werden.
  • Arbeitsgruppen sollen Konzepte für höhere Erzeugererlöse erarbeiten.
  • Sofort-Hilfsfonds für Landwirte sollen Corona- und ASP-bedingte Einkommenseinbußen abfedern.

Die ISN-Interessengemeinschaft die Landwirte mahnt dennoch vor allzu großen Hoffnungen. Nach Einschätzung der ISN versuchen die LEH-Ketten insbesondere beim Verbraucher von ihrer Dumpingpreis-Politik abzulenken. Auch könnte es darum gehen, einen Keil in die Reihen der Landwirtschaft zu treiben. So wurden die Protestaktionen und Verhandlungen mit dem LEH allein von Land schafft Verbindung organisiert, während dem Deutschen Bauernverband oft nur die Zuschauerrolle zukam. In den nächsten Wochen darf der LEH nun zeigen, wie ehrlich der augenscheinliche Kuschel-Kurs mit den Erzeugern gemeint ist.