China-Sperre verheerend für Exportgeschäft

China war im letzten Halbjahr zum wichtigsten Handelspartner im deutschen Exportgeschäft geworden.

Der Schweinmarkt steht ganz im Zeichen des ASP-Ausbruches in Brandenburg. Nach einem heftigen Preisabschlag vor zwei Wochen vermeldete die VEZG-Notierung diese Woche zum zweiten Mal in Folge ein unverändertes Notierungsniveau von 1,27 €/Idx. Neben den Personalproblemen an den Schlachthöfen und dem saisonal bedingt steigenden Lebendangebot, die für neue Überhänge sorgen, hat vor allem der Export einen Tiefschlag erlitten. Denn nach dem Nachweis der ASP in Brandenburg ist der Drittlandsexport von Schweinefleisch wegen des Verlustes der „ASP-Freiheit“ zum Erliegen gekommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, trifft insbesondere die Einfuhrsperre Chinas die hiesigen Unternehmen hart. Die Volksrepublik war im ersten Halbjahr 2020 zum wichtigsten Handelspartner für Schweinefleischexporte aufgestiegen. Von Januar bis Juni wurden aus Deutschland 233 300 t frische und gefrorene Ware im Gesamtwert von 609 Mio. € dorthin geliefert; das entsprach 26,8 % der Gesamtausfuhr. Das bedeutete mehr als eine Verdopplung der Verkäufe in die Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Schwer wiegt auch, dass durch die Handelsbeschränkungen auch genießbare Schlachtnebenerzeugnisse sowie Ohren oder Pfoten nicht mehr nach China und in andere Drittländer ausgeführt werden können. Wie Destatis mittelte, beliefen sich die Exporte dieser Warengruppe allein nach China im ersten Halbjahr 2020 auf rund 131 000 t im Wert von 206 Mio. €. Marktexperten schätzen, dass uns durch den Wegfall dieser Absatzmöglichkeiten ein Wertschöpfungsverlust von 10 bis 15 Cent je kg Fleisch entsteht. Denn alternativ werden diese hierzulande nicht zu vermarkteten Erzeugnisse zu Tierfutter verarbeitet oder entsorgt.

Insgesamt wurden von Januar bis Juni dieses Jahres aus Deutschland 870 700 t frisches, gekühltes und gefrorenes Schweinefleisch zu einem Warenwert von rund 2,4 Mrd. € ausgeführt. Hinter China war Italien mit einem Anteil von 15,2 % an den deutschen Schweinefleischexporten der wichtigste Abnehmer. Über die Exporte der Schlachtnebenerzeugnisse wurden keine weiteren Angaben gemacht. AgE