Peking stützt Schweinemarkt

Mit der Einlagerung von Schweinefleisch ins nationale Zentrallager will die Regierung den volatilen Markt beruhigen.

Der starke Preisverfall am Schweinemarkt in China hat zu ersten Marktstützungsmaßnahmen geführt. Nach Angaben der zuständigen Regierungsstelle wurde am vergangenen Mittwoch damit begonnen, 20 000 t Schweinefleisch aus dem Markt zu nehmen und ins Lager der Zentralreserve zu überführen. Zuvor waren wegen des Preiseinbruchs bei Schlachtschweinen und des ungünstigen Verhältnisses zu den Futterkosten bereits dafür notwendige Warnstufen ausgelöst worden. Das Hauptziel der Makrokontrollmaßnahmen bestehe darin, große Volatilitäten zu verhindern und zu vermeiden, dass hohe Preise den Verbrauchern und niedrige Preise den Bauern schadeten, erläuterte der Sprecher des Handelsministeriums, Gao Feng, gegenüber der Presse. Er zeigte sich optimistisch, dass das Instrument der Lagerhaltung sowie weitere Maßnahmen den Schweinepreis im zweiten Halbjahr stabilisieren können.

Tatsächlich scheint der Tiefpunkt bei den Schlachtschweinepreisen in der Volksrepublik vorbei zu sein. Dieser wurde am 21. Juni mit einem landesweiten Durchschnittspreis von umgerechnet 1,63 € je Kilogramm Lebendgewicht (LG) erreicht. Nach Ankündigung von Gegenmaßnahmen durch die Regierung konnte sich der Erzeugerpreis wieder etwas befestigen und lag am vergangenen Donnerstag bei 2,09 €. Vor genau einem Jahr waren es mit 4,98 € noch mehr als doppelt so viel gewesen.

Im Moment sieht es auch nicht danach aus, dass die Schlachtschweinepreise im zweiten Halbjahr stark ansteigen werden. Zwar haben die Futurekurse am Terminmarkt für Lebendschweine an der Dalian Commodity Exchange (DCE) ebenfalls ihren Tiefpunkt überwunden, doch der Settlementkurs für den September-Kontrakt lag zuletzt mit 2 448 €/t nur mäßig höher als der aktuelle Kassamarktpreis. Der November-Future wurde am vergangenen Donnerstag für 2 362 €/t abgerechnet. Überhaupt keine Entwarnung kann bisher für die Ferkelpreise in China gegeben werden, die immer noch fallen. Für ein Tier mit 20 kg lag laut jüngster Erhebung der Kilogrammpreis bei 3,61 €; das waren 72 % weniger als Anfang Juli 2020. AgE


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