Polen: ASP und Corona setzen Erzeuger unter Druck

Aufgrund desaströser Preise fordert die polnische Schweinebranche staatliche Unterstützung.

Im Gegensatz zu früheren Jahren gibt es in diesem Herbst in Polen kaum Anzeichen für ein Abflauen der ASP. Die Oberste Veterinärbehörde bestätigte allein in der Woche zum 22. November mehr als 60 neue ASP-Fälle bei Wildschweinen. Seit Jahresbeginn sind damit in dem östlichen Nachbarland bereits 3 631 Wildfunde mit insgesamt mehr als 5 700 verendeten Tieren registriert worden. Das Vorjahresniveau von 2 500 amtlichen Fällen ist längt überschritten. Ein neuer Jahresrekord ist ebenso bereits für die Seuchenausbrüche in Hausschweinebeständen sicher, denn davon wurden bis Ende Oktober mit gut 100 Fällen mehr als doppelt so viele registriert wie im Gesamtjahr 2019. Auch die Zahl der im Rahmen seuchenrechtlicher Vorschriften gekeulten Schweine könnte das Vorjahresniveau von rund 35 000 Tiere um das Doppelte übertreffen.

Die polnischen Schweineproduzenten stehen deshalb und wegen der coronabedingten Marktverwerfungen stark unter Druck. Die Regierung in Warschau hatte in Reaktion darauf bereits ein Nothilfeprogramm für besonders betroffene Betriebe aufgelegt, das nach Einschätzung des Nationalen Verbandes der Schweineproduzenten (POLPIG) aber nicht ausreicht. Dem Verband zufolge steht der polnische Schweinemarkt bei Erzeugerpreisen von umgerechnet weniger als 0,90 Euro/kg kurz vor dem Zusammenbruch. Verschärft werde die Situation durch Lieferungen von Schlachttieren aus Deutschland. POLIG fordert deshalb zusätzliche Hilfsmaßnahmen, wie die Inanspruchnahme der Privaten Lagerhaltung (PLH) oder Förderprogramme für heimische Fleischerzeugnisse. AgE