Polnische Schweinefleischexporte eingebrochen

Das Exportgeschäft leidet stark unter der dort grassierenden ASP und der Corona-Pandemie.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Corona-Pandemie haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres schwer auf den polnischen Schweinefleischexporten gelastet. Nach Angaben des Warschauer Landwirtschaftsministeriums wurden zwischen Januar und September 2020 insgesamt rund 278.000 t Schweinefleisch ins Ausland verkauft. Die Ausfuhren fielen damit um fast ein Fünftel niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Die Ursache dafür sind nach Einschätzung von Marktbeobachtern der coronabedingte Einbruch der Nachfrage in wichtigen Empfängerländern, aber auch die ebenfalls von Coronaausbrüchen verursachten zeitweiligen Schließungen polnischer Schlachthäuser und gestörte Lieferketten. Die unvermindert in weiten Teilen des Landes grassierende ASP dürfte ebenfalls zum Rückgang beigetragen haben, zumal in diesem Jahr auch polnische „Schweinehochburgen“ von der Seuche betroffen waren. Deutschland war nach den vorliegenden Zahlen des Warschauer Agrarressorts auch in den ersten drei Quartalen dieses Jahres der wichtigste Abnehmer für polnisches Schweinefleisch. Die Exporte in die Bundesrepublik gingen mit 36 % auf nur noch 33.600 t aber noch stärker zurück als die Gesamtausfuhren. Obwohl auch die Importe an Schweinefleisch nach Polen im Berichtszeitraum um gut 20.000 t sanken, blieb das Land mit einer Einfuhr von 491.000 t klarer Nettoimporteur. Der Großteil der Lieferungen stammte aus Belgien, Deutschland und Dänemark.