Rewe setzt auf deutsches Schweinefleisch

Die LEH-Kette Rewe will große Teile ihres Schweinefleisches nur noch aus Deutschland beziehen.

In den vergangenen Tagen standen deutsche Supermarktketten stark in der Kritik, weil sie Schweinefleisch aus anderen EU-Ländern oder sogar aus Nicht-EU-Staaten in Werbekampagnen günstig angeboten haben. Die Kölner Rewe-Gruppe und die zugehörigen Penny-Märkte wollen nun kurzfristig auf die Kritik reagieren. So kündigte der Konzern heute an, bereits bis Mitte nächsten Jahres beim konventionellen Schweinefleisch zu 95 % auf Waren deutscher Herkunft umzustellen. Mehr noch: Rewe will sogar eine 5D-Strategie etablieren. Das heißt die Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung/Verarbeitung sollen in Deutschland stattfinden.
Zudem will der Konzern seine Mindestpreise im Bezug von Schweinefleisch erhöhen. Bereits Ende 2020 hatte die Rewe-Group den Schweinebauern zugesichert, auch weiterhin Beschaffungspreise bei Schweinefleisch zu zahlen, die dem Marktniveau vor Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und dem damit zusammenhängenden völligen Zusammenbruch des Exportmarktes entsprechen. Ab September will das Unternehmen diese zusätzlichen Zahlungen noch einmal erhöhen.
Die landwirtschaftlichen Branchenverbände loben Rewes Pläne für das nächste Jahr. „5xD ist der richtige Weg und absolut nachahmenswert. Da kann sich so mancher Wettbewerber eine Scheibe von abschneiden – oder etwas drauflegen“, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Auch WLV-Präsident Hubertus Beringmeier begrüßt das Bekenntnis der REWE-Group zu 5xD beim Schweinefrischfleisch bis Sommer 2022. „Ich fordere alle anderen großen Akteure im LEH auf, dem Beispiel von Rewe zu folgen", so Beringmeier.